Rundgang durch Gassen und Jahrhunderte Das Tor zur Altstadt

Münster -

Gemessen am Domplatz und Prinzipalmarkt zeigt sich der Servatii-Kirchplatz verträumt und innig. Ein guter Ausgangspunkt daher auch für die „Münster vor Ort“-Tour durch das Servatiiviertel am Wochenende (14. bis 16. Oktober).

Rund um den Servatii-Kirchplatz: Der Erbdrostenhof inmitten von Wohn- und Geschäftshäusern
Rund um den Servatii-Kirchplatz: Der Erbdrostenhof inmitten von Wohn- und Geschäftshäusern Foto: Stefan Rethfeld

Von hier aus sind bereits die wesentlichen Schichtungen des Viertels sichtbar: Frühe Romanik und Gotik zeigt die um 1220 gegründete Kirche, der Barock wird durch Clemenskirche und Erbdrostenhof vor Augen geführt, die Gründerzeit illustrieren Geschäftshäuser, den Wiederaufbau zahlreiche Bauten am Platzrand, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Das Servatiiviertel ist somit auch ein Vestibül für die Altstadt, hier wurde und wird der Ankommende empfangen. Der ab 1848 installierte Bahnhof vor dem Servatiitor unterstrich diesen Anspruch, auch Geschäftshäuser, wie das erste Kaufhaus der Stadt (heute Stadtmuseum ), setzten auf diese Adressierung. Neben dem Alten Steinweg stieg ebenso die Salzstraße zur vornehmen Wohnadresse auf. Rund um die Servatiikirche lagen neben Adelshöfen und Bürgerhäusern auch eine Reihe von Glaubensorten, von denen die Dominikanerkirche, die Clemenskirche, Reste des ehemaligen Niesing-Klosters und das Mutterhaus der Clemensschwestern dank des Wiederaufbaus noch heute künden. Die Clemensschwestern waren es schließlich, die es verstanden, für ihre Raphaelsklinik auf beengtem Grundstück ein besonderes Bauwerk durchzusetzen: das erste Hochhaus der Stadt. Entworfen durch den Duisburger Architekten Carl Brocker wurde es 1930 eingeweiht und lässt in seiner kupferfarbenen Erscheinung heute noch an die Idee einer Stadtkrone denken. Ein spektakuläres Karstadt-Warenhaus mit Turm sollte zeitgleich an der Salzstraße folgen, blieb aufgrund der wirtschaftlichen Situation damals unrealisiert. Die bereits ausgehobene Baugrube führte zum sogenannten „Karstadt-Loch“, das erst 1959 ein Neubau wieder schloss, dem 1985 das heutige Warenhaus folgte.

Der Rundgang wird durch die verschiedenen Gassen und Jahrhunderte führen – und auch aktuelle Baustellen („Clemensbögen“) und Planungen mit vorstellen.

Treffpunkt für die dreieinhalbstündige Tour unter Leitung des Architekten Stefan Rethfeld am Freitag (14. Oktober) bereits um 14 Uhr, am Samstag und Sonntag (15./16. Oktober) jeweils um 11 Uhr ist am Haupteingang der Servatiikirche.

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Tickets zum Preis von 13 Euro für die Touren sind im Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13-14, erhältlich.Nächste Termine: 11. bis 13. November: Lambertiviertel; 9. bis 11. Dezember: Martiniviertel

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