Debatte über Kandidaten-Kür der CDU Den Vorwürfen folgen Lob und Tadel

Münster -

Mit der Veröffentlichung ihrer Sicht der Aufstellungsversammlung für die münsterischen CDU-Landtagskandidaten am Freitag hat Babette Lichtenstein van Lengerich eine kontroverse Debatte in sozialen Netzwerken ausgelöst.

Von Markus Kampmann
Babette Lichtenstein van Lengerich (3.v.l.) unterlag bei der Aufstellungsversammlung der CDU Simone Wendland (l.) als Landtagskandidatin in Münsters Norden.
Babette Lichtenstein van Lengerich (3.v.l.) unterlag bei der Aufstellungsversammlung der CDU Simone Wendland (l.) als Landtagskandidatin in Münsters Norden. Foto: Matthias Ahlke

Einige Nutzer loben ihren transparenten und ehrlichen Stil. Zum Beispiel Martin Rölf: „Ich denke, sie ist zu ehrlich, mehr kann ich dazu nicht sagen. Liebe Bürger, wählt mal weiter Leute ohne Herz.“

Andere dagegen kritisieren ihre Vorwürfe eines abgekarteten Spiels. Zu letzteren gehört Marcel Christensen : „Es soll auch schlechte Verlierer geben“, schreibt er auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. Dass die Entscheidung schon bei Veranstaltungsbeginn gefallen sei, ließe sich auch anders deuten: „Viele Mitglieder fahren zu solchen Veranstaltungen und haben schon vorher Ihren Favoriten, der/die dann auch gewählt wird.“ Ähnlich äußert sich Winfried Lander : „Schlechte Verliererin! Übrigens: Mitglieder/Wähler hinter sich zu versammeln, ist Bestandteil der Demokratie!“ Und Peter Albrecht prophezeit: „Damit hat sie sich endgültig das ,politische Grab’ geschaufelt.“

Vor allem Unterstützung erhält die gescheiterte Kandidatin auf ihrer Facebook-Seite. Viele Besucher loben sie für ihre Ehrlichkeit und ihren Mut, die von ihr vermutete interne Absprache vor der Wahl öffentlich gemacht zu haben. Die heftigen Reaktionen darauf zeigten, dass „da jemand in ein ,Wespennest’ gestochen hat“, resümiert eine Nutzerin.

Auch ihre These, dass solche Absprachen für eine zunehmende Politikverdrossenheit und Protestwähler sorgen, findet dort Anhänger. Viele politische Quereinsteiger würden bei solchen Kandidaten-Aufstellungen „verheizt“ und gäben frustriert auf, heißt es in einem Beitrag. Und weiter: „Das erzeugt Frust und wirkt sich in Politikverdrossenheit und Protestwahlen aus.“ Andere Kommentatoren verweisen darauf, dass es interne Abmachungen, Grabenkämpfe und „Mauscheleien“ in jeder Partei gebe.

Ein langjähriger CDU-Politiker dagegen widerspricht, abgesehen von den geheimen Wahlen, dem Vorwurf der Intransparenz bei der Kandidaten-Aufstellung – wenn man unterstelle, dass Gespräche zwischen einzelnen CDU-Politikern legitimerweise unter den Beteiligten bleiben dürften.

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