Sinkende Kriminalitätszahlen an Brennpunkten „Diesen Tätern stehen wir regelmäßig auf den Füßen“

Münster/Berlin -

Falsche Wahrnehmung aus dem ­fernen Berlin? Die Polizei in Münster kann die Debatte um steigende Kriminalitätsfälle rund um den Bahnhofsbereich und andere neuralgische Punkte (sogenannte Hotspots) nicht nachvoll­ziehen. „Sowohl die polizei­lichen als auch die juris­tischen Maßnahmen zeigen Wirkung. Wir verzeichnen bisher für 2016 einen Rückgang der Fallzahlen im Deliktsbereich Taschendiebstahl“, sagt Angela Lüttmann, Sprecherin in der Leitstelle des Polizeipräsidiums Münster.

Von Frank Polke
Sinkende Kriminalitätszahlen an Brennpunkten : „Diesen Tätern stehen wir regelmäßig auf den Füßen“
Foto: dpa

Hintergrund ist ein Interview des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft , Rainer Wendt , der Miss­stände vor allem im Bereich von Bahnhöfen und zentralen Plätzen in größeren Städten wie Frankfurt, Hamburg oder Düsseldorf geäußert hatte. Trotz des starken polizeilichen Einsatzes führte nach Wendts Darstellung vor allem die mangelnde Kon­sequenz der Justiz dazu, dass diese Täter „unser Land verachten“. Nach offizieller Darstellung der Polizei in Münster kommt es zwar im Bereich des Bahnhofsumfeldes zu Taschendiebstählen und Rauschgiftdelikten. „Diesen Tätern stehen wir regel­mäßig auf den Füßen. Im diesem Jahr haben wir dort mehrfach Razzien und Schwerpunkteinsätze durchgeführt“, so Lüttmann weiter.

Kommentar

Unseren Kommentar zu diesem Thema finden Sie hier: Unhaltbare Zustände von Frank Polke

Die intensivierten Maßnahmen der Polizei haben auch die Sicherheitslage in den Münsterland-Kreisen verbessert. So sank zum Beispiel die Kriminalitätsquote – wie berichtet – nach einer Razzia im Kreis Warendorf. Damals wurde in Ahlen eine Flüchtlingsunterkunft kon­trolliert. Auch eine – von Wendt ausdrücklich so benannte – höhere Kriminalitätsrate von jungen Männern aus den sogenannten Maghreb-Staaten kann die Polizei in Münster nicht bestätigen. „Wir haben sowohl deutsche als auch auslän­dische Tatverdächtige, darunter auch welche aus den nordafrikanischen Ländern, festgestellt.“

Auf Anfrage blieb Wendt bei seiner Äußerung: „Ich glaube, dass die Wahr­nehmung in den oberen Dienstetagen einfach eine andere ist, als es der Wirklichkeit entspricht.“

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4362723?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F