„Sturmfreie Bühne“ des Placebotheaters Semmelknödel-Rap und Rollator-Tango

Münster -

„Sturmfreie Bühne“, so lautete der Titel über einem generationsübergreifenden Samstagabendgenuss im ausverkauften Kleinen Haus – dank Placebo und den Publikumseinfällen. Improvisationstheater vom Feinsten wurde geboten – schon zum vierten Mal in Kooperation mit dem Jungen Theater.

Von Maria Conlan
Ein Wink, eine Geste, ein paar Requisiten – und schon legen die Akteure des Placebotheaters los. Das brachte im Kleinen Haus viel Freud e
Ein Wink, eine Geste, ein paar Requisiten – und schon legen die Akteure des Placebotheaters los. Das brachte im Kleinen Haus viel Freud e Foto: Conlan

Das Theaterteam hatte eine Überraschungskulisse geschaffen, Requisiten und Kostüme bereitgestellt und per Videoclip den ImproSpielern kurze Anweisungen erteilt: Ein Kaktus sollte in jeder Szene vorkommen und im Strandkorb das Spiel beginnen. Nun, der Kaktus wurde nach der dritten Szene dann doch etwas vernachlässigt, aber niemanden schien dies im Geringsten zu stören. Komische Requisiten gab es reichlich auf der Bühne.

Rasend schnelle Szenenwechsel gehörten zum Programm der vier Schauspieler: Begann das Spiel im Pariser Museum, wandelte sich dies minutenschnell zu einem bayrischen Gärtnerdialog und mündete in einer Impro-Spanisch-Unterhaltung in Peru , auch auf Wunsch des Publikums, versteht sich, das die Orte, Situationen, Genres, Personen und Spielinhalte vorgab.

Zwischen den Szenen gab es improvisierte Herbstlieder, ob Schlager über den brennenden Drachen, den Semmelknödel-Rap oder das Laubfeger-Finallied. Sekundenschnell hatten Spieler und Pianist Text und Melodie erfunden.

Eine Begegnung von Schwiegermutter und -tochter im Strandkorb mündete in einem Horrorszenario mit menschenverschlingenden Krokodilen, nachdem vorher noch ein Tango mit Rollator vorgeführt wurde. Bei der Aufzugsszene mit Chef und Angestelltem wurde auch der besagte Kaktus wieder ins Spiel gebracht, und Shakespeare-Zitate aus dem Reclamheft sorgten für Erheiterung.

Nach der Pause bestimmten Küchentisch, Stuhlreihe, Tür und Bar die Szenerie, und es gab ein zusammenhängendes Stück vom alten Mann und der Theke, einer neuen Liebe, verhinderten Schönheits-OP’s und adoptierten Matrosen.

Fast zwei Stunden dauerte der Impro-Spaß und hinterließ ein begeistertes Publikum. Fortsetzung folgt, nicht so schnell im Kleinen Haus des Theaters Münster , doch die Placebogruppe ist am 25. Oktober im Boulevard-Theater und am 27. Oktober im Cineplex zu erleben. Vergnügen garantiert!

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