Schwere Vorwürfe von Babette Lichtenstein van Lengerich CDU-Kandidatin vermutet abgekartetes Spiel

Münster -

Babette Lichtenstein van Lengerich, unterlegene Bewerberin bei der Landtagskandidatenkür der CDU, erhebt schwere Vorwürfe gegen den scheidenden Landtagsabgeordneten Thomas Sternberg und ihre Partei. Sie vermutet ein abgekartetes Spiel.

Von Ralf Repöhler
Will Transparenz:  Babette Lichtenstein van Lengerich.
Will Transparenz:  Babette Lichtenstein van Lengerich.

Babette Lichtenstein van Lengerich erhebt wenige Tage nach der Aufstellungsversammlung der CDU für die Landtagswahl schwere Vorwürfe gegen ihre Partei. Lengerich galt als eine der Favoritinnen im Wahlkreis Nord. Simone Wendland machte am Ende das Rennen , Lengerich verpasste mit nur 45 Stimmen der rund 300 Parteimitglieder die Stichwahl. Am Freitagabend veröffentlichte die unterlegene Kandidatin auf ihrer Homepage ihre eigene Interpretation des Ergebnisses.

Wie Lengerich schreibt, habe der scheidende CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Sternberg zwei Minuten vor Veranstaltungsbeginn zu ihr gesagt, dass die Entscheidung bereits gefallen sei. Nach Lengerichs Interpretation habe Sternberg gemeint: Der im Süden gewählte Dr. Stefan Nacke sei als bischöflicher Mitarbeiter Wunsch-Nachfolgekandidat von Sternberg und Teilen der CDU-Landespolitiker.

Lengerich spricht von Vereinbarung eines Deals

Deswegen seien für Nacke hinter den Kulissen viele Stimmen mobilisiert worden – vor allem bei den Mitgliedern der katholischen Laienorganisationen. Das allein hätte jedoch gegen die starken Gegenkandidaten Christoph Brands und Stefan Leschniok nicht gereicht.

Lengerich schreibt: „Um das nötige Quorum zu schaffen, wird dann mit Oliver Teuteberg, Ehemann von Simone Wendland , ein Deal vereinbart. Teuteberg war bis vor Kurzem Mitglied des geschäftsführenden Kreisvorstandes und Strategieberater von Parteichef Josef Rickfelder. Er verfügt wie Sternberg über die entsprechenden Verbindungen und Verteiler. Um Nacke im Süden durchzubringen, muss parallel Wendland im Norden gewählt werden. Die südlichen Nacke-Fans wählen also Wendland im Norden und umgekehrt.“

"So läuft das leider in der Politik"

Lengerich vermutet, dass sie deshalb viele Stimmen von sozial eingestellten Katholiken, die im Süden Stefan Nacke und im Norden sie gewählt hätten, nicht bekam. „So läuft das leider in der Politik“, so Lengerich.

Weitere Indikatoren seien neben Sternbergs Ansage und gemeinsamen Fotos beider Kandidaten auch Gespräche mit katholischen Laienvertretern und Wendlands Plädoyer für den Katholikentag, der 2018 in Münster stattfindet. Dieser sei Sternbergs wichtigstes Anliegen. „Mit Stefan Nacke hat die katholische Kirche ihren präferierten Kandidaten also vermutlich durchgesetzt und Simone Wendland dabei in Kauf genommen“, schlussfolgert Lengerich.

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