Samstagsbestattungen auf dem Zentralfriedhof Für Beerdigungen am Samstag

Münster -

Dr. Ulrich Müller interessiert die Meinung der Münsteraner zum Thema Beerdigung am Samstag. Was auf Lauheide seit über zwei Jahren möglich ist, soll auch für den Zentralfriedhof gelten.

Von Maria Meik
Dr. Ulrich Müller setzt sich für die Samstagsbestattung ein.
Dr. Ulrich Müller setzt sich für die Samstagsbestattung ein. Foto: Maria Meik

Beerdigungen am Samstag? Was in anderen Städten und Gemeinden gängig ist, sollte nach Ansicht von Dr. Ulrich Müller auch auf Münsters Zentralfriedhof möglich sein. Vor Jahren wurde ihm die Beerdigung seines Vaters in Mauritz an einem Samstag verweigert. Er empfand dies als „unfassbar und unhaltbar“ – und machte sich an die Arbeit.

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Wo bleibt da die Bürgernähe?

Dr. Ulrich Müller

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Dies vor dem Hintergrund, dass man den Wunsch der Angehörigen bitte schön respektieren solle und es ein Riesendruck für die Verwandtschaft des Verstorbenen sei, wenn sie an einem Wochentag zum Begräbnis von weit her anreisen müsste. „Das ist mit Arbeits- und Urlaubsausfall verbunden“, gibt Müller zu bedenken. „Wo bleibt da die Bürgernähe und die Kundenorientiertheit? Die Totenehrung wäre an Samstagen doch eine viel größere, wenn auch Bekannte sich nicht freinehmen müssten“, sagt der Augenarzt. „Weniger Service, weniger Kirchensteuer“, lautet da seine Folgerung.

Über 100 Emails zum Thema

Acht Jahre ist es mittlerweile her, als ihn das Thema Samstagsbeerdigung einholte. Ihn interessierte dazu die Meinung der Münsteraner. Über 100 E-Mails haben ihn danach erreicht. Mit dem Ergebnis, dass eine sehr große Mehrheit (97 Prozent) seine Initiative befürwortete.

Zwar kann er es bei der Personalnot bei Pfarrern verstehen, wenn es am Samstag eng wird bei Trauungen und Taufen. Genauso versteht er aber die Trauernden, die am Samstag Abschied nehmen möchten.

Zuschlag von 140 Euro

Sein Anliegen brachte Ulrich Müller in die Kommunalpolitik ein. Mit Hilfe von Carola Möllemann-Appelhoff ( FDP ) sei die Samstagsbestattung auf dem Waldfriedhof Lauheide auf den Weg gebracht worden.

„Wir haben sie im Januar 2014 eingeführt und hatten bis Jahresende 47 Beerdigungen. 2015 waren es 60 Samstagsbegräbnisse“, informiert Wilhelm Klönne, Leiter der Friedhofsverwaltung des städtischen Waldfriedhofs. Da die Nachfrage für diesen Tag da sei, soll der Samstag beibehalten werden. Die Zuschlag beläuft sich auf 120 Euro. Bis auf Mittwoch wird in der Woche von 9 bis 14.30 Uhr auf Lauheide stündlich beerdigt. Bei einer stillen Beerdigung wird die Urne in die Erde gelassen. Angehörige können dann bis 12 Uhr kommen und Abschied nehmen. Mit und ohne Pfarrer oder mit Trauerrednern – häufig seien es Geistliche aus dem Kreis der Angehörigen, die am Sonnabend beerdigen würden, berichtet Klönne. Seine Meinung: „Wer einen Angehörigen oder Freund verliert, der kann sich in der Regel auch in der Woche freinehme, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten.“

Pfarrerschaft dagegen

Dies findet auch Dr. Ralf Hammecke, Geschäftsführer der Zentralfriedhofskommission. Träger des Zentralfriedhofs sind katholische Kirchengemeinden und der evangelischen Kirchenkreis. „Der Bedarf mag da sein, doch sind Samstagsbeerdigungen mit einer hauptamtlichen Truppe nicht zu schaffen. Mit einem eindeutigen Votum hält die Pfarrerschaft dagegen.“

Samstagbeerdigungen auf dem Zentralfriedhof? Meinungen können geäußert werden unter der E-Mail-Adresse: umueller41@ live.de.

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