Handelsverband befragt Mitglieder in Münster Räderchaos ein Dorn im Auge

Münster -

Die Händler in Münster sind mit ihrem Standort zufrieden, haben aber umgekehrt auch viele Verbesserungsvorschläge. Sie hoffen, dass ihre Kritik in das neue Einzelhandelskonzept einfließen wird.

Von Gabriele Hillmoth
Präsentierten das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Handelsverbandes in Münster (v.l.): Michael Radau, Dr. Heinz-Joachim Buschmann und Jörg Pantenburg.
Präsentierten das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Handelsverbandes in Münster (v.l.): Michael Radau, Dr. Heinz-Joachim Buschmann und Jörg Pantenburg. Foto: Matthias Ahlke

Im Großen und Ganzen sind die Einzelhändler in Münster zufrieden mit ihrem Standort. Wenn es nicht noch viele Themen geben würde, die sie beschäftigen und die ihrer Meinung nach von Politik und Verwaltung gelöst werden müssten.

Da kam das Fahrradchaos vor allem auf den Abstellflächen in der Stadt zur Sprache, der vor sich hin gammelnde Schlossplatz , für den es Ideen der Kaufmannschaft geben würde, die aber nicht aufgegriffen werden. Kritik gibt es für die mangelhafte Ausstattung in der Stadt unter anderem mit Glasfaserleitungen.

Flächenexpansion in der Kritik

Was bewegt die Mitglieder, das wollten Dr. Heinz-Joachim Buschmann und Jörg Pantenburg vom Vorstand des Handelsverbandes Westfalen-Münsterland von den Mitgliedern in Münster wissen. Anstoß für die Befragung gab die geplante Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahre 2009.

Jeder wüsste, dass Münsters Bevölkerung wächst, so Buschmann. Es werde darum immer wieder von einer notwendigen Zunahme der Verkaufsflächen gesprochen. Was aber unklug sei, fasste Buschmann eines der Umfrageergebnisse zusammen, denn schon heute sei in Geschäften eine rückläufige Frequenz zu verzeichnen. Eine Flächenexpansion werde darum kritisch gesehen. Rückläufige Trends würden aber auch auf dem Weihnachtsmarkt und beim Stadtfest zu verzeichnen sein. Und eine Bettensteuer trage ebenfalls nicht zur Attraktivitätssteigerung einer Stadt bei.

Verzerrte Statistiken

Buschmann sprach von verzerrten Einwohnerstatistiken, denn nicht alle Studenten und Dozenten, die eingerechnet würden, hielten sich immer in Münster auf.

Die Mängelanalyse der Händler, was Kunden von einem Besuch der Stadt abhalten könnte, verweist auf versperrte Wege durch Fahrzeuge, auf Müll sowie auf die Zunahme von Obdachlosen. Kritisch wird die Entwicklung des Mittwochsmarktes gesehen. Hier stellt sich die Frage, so der Verband, ob es keine Betreiberpflicht gebe?

Zu wenig Stellplätze

Die Händler warnen davor, die Augen vor dem ruhenden Fahrradverkehr zu verschließen. Münster habe zu wenig Stellplätze zu bieten. Angeregt wird die Einrichtung von Fahrradstationen. Standorte könnten nach Meinung der Händler bei einer Neugestaltung des Bereichs Bült und bei der Modernisierung des Stadthause 1 umgesetzt werden. Ein Fahrradparkhaus auf der Stubengasse, das niemand benutzt, sei dagegen an der Lebenswirklichkeit vorbei geplant worden, so der Vorstand.

Darüber hinaus ist den Händlern aber auch die Erreichbarkeit für Lieferfahrzeuge wichtig, das Thema Dauerparker vor den Geschäften wird kritisch gesehen. Der Verband fordert die Stadtpolitik auf, das Wissen der Universität und der Fachhochschule stärker zu nutzen.

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