Sigi Meinel engagiert sich Ehrenamt im UKM: Liebe kann Berge versetzen

Münster -

Sigi Meinel wird liebevoll die „Klinik-Oma“ genannt. Sie gehört zu jenen Ehrenamtlichen beim Kinderschutzbund, die den Besuchsdienst im UKM gestalten.

Von Karin Höller
Der kleine Jonas, dem Sigi Meinel auf der Säuglingsstation des UKM gerade Babymilch über die Magensonde gibt, ist bereits zwölf Wochen alt. Bei der Geburt war er nur 470 Gramm leicht und 29 Zentimeter groß.
Der kleine Jonas, dem Sigi Meinel auf der Säuglingsstation des UKM gerade Babymilch über die Magensonde gibt, ist bereits zwölf Wochen alt. Bei der Geburt war er nur 470 Gramm leicht und 29 Zentimeter groß. Foto: UKM

Sie ist ein ausgesprochen gern gesehener Gast auf der Kinderstation im Uniklinikum. Kinder, die nicht regelmäßig von ihren Angehörigen Besuch bekommen können, müssen trotzdem nicht allein bleiben. Sigi Meinel , die von vielen liebevoll die „Klinik-Oma“ genannt wird, gehört zu jenen Ehrenamtlichen beim Kinderschutzbund, die den Besuchsdienst im UKM gestalten.

Und da die jung gebliebene Seniorin zudem alle 14 Tage über den Verein „Das frühgeborene Kind“ zum Café-Treffen auf der Station einlädt, ist sie eine Hauptansprechpartnerin für Klinikpersonal und Eltern gleichermaßen.

Besuche, um die Familien zu entlasten

Mitunter ist sie täglich gefordert, um kranken Kindern Nähe und Geborgenheit zu schenken. So wie bei dem kleinen Jungen, der mit einer Behinderung auf die Welt kam und seine Eltern zunächst völlig überforderte. „Dabei ist die körperliche Nähe in den ersten Wochen und Monaten für eine gesunde Entwicklung ganz besonders wichtig“, weiß Sigi Meinel. Also machte sie sich wochenlang von Gremmendorf aus auf zum UKM, streichelte das Frühchen im Inkubator, trug das an Schläuchen hängende kleine Geschöpf später auf ihren Armen und las Geschichten vor. Einem Säugling? „Ja, denn Babys empfinden Wohlbehagen, wenn eine liebe Stimme ihnen Aufmerksamkeit schenkt“, erklärt sie. Die intensiven Besuche haben dem Kleinen offensichtlich gut getan. „Er hat sich nach der Entlassung prächtig weiterentwickelt“, freut sich die Klinik-Oma. Manchmal reichen ein paar Besuche, um Eltern, die sich auch um Geschwisterkinder kümmern müssen oder von weit her anreisen, zu entlasten.

In einigen Fällen ist sie über Monate gefordert. Sigi Meinel berichtet von einem Zwillingsbaby, das trotz des Krankenhausaufenthalts kontinuierlich liebevolle Zuwendung bekam, weil sie sich bei den Besuchszeiten mit der Mutter abwechselte. „Wenn man sieht, dass sich die Kinder wohlfühlen, ruhiger und gelassener werden, dann ist das ein wunderbares Gefühl“, sagt sie. Einige Eltern suchen auch nach dem Klinikaufenthalt ihrer Kinder den Kontakt zu ihr.

Erfolgskonzept seit 1988

Der Besuchsdienst im UKM ist ein Erfolgskonzept, das bereits 1988 auf den Weg gebracht wurde, erinnert Birthe Wellmeyer vom Kinderschutzbund. Etwa 13 Frauen – Berufstätige, Rentnerinnen und Studentinnen – teilen sich auf Wunsch der Angehörigen heute die Einsätze.

„Und es ist wunderbar“, so Sigi Meinel, „die Freude der Kinder und Eltern, aber auch die Dankbarkeit zu spüren. Ein Ehrenamt , das wirklich Erfüllung bringt.“

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