Straßenordnung der Stadt Neue Verbote geplant: Grillen, Zelten, Fahrrad parken

Münster -

Die Verwaltung hat eine neue Straßenordnung vorgelegt, die unter anderem vorsieht das Anschließen von Fahrrädern an Bäumen zu verbieten. Nur eine von einer ganzen Reihe neuer Restriktionen.

Von Martin Kalitschke
Auf Spielplätzen ist das Grillen künftig verboten.
Auf Spielplätzen ist das Grillen künftig verboten. Foto: Klaus Meyer

Grillverbot auf Spielplätzen, Dauercamping-Verbot in Grünanlagen, Verbot der Wildtier-Fütterung: Mit einer Reihe von Änderungen wartet die neue Straßen-, Anlagen- und Aasee-Ordnung auf, über die der Rat am 16. November abstimmen soll. Alle neuen Restriktionen seien im Vorfeld mit den Fraktionen besprochen worden, damit die mittlerweile dritte Vorlage zu diesem Thema auch eine Mehrheit bekomme, betont Ordnungsamts-Chef Martin Schulze-Werner.

Die überarbeitete Ordnung verbietet unter anderem erstmalig wildes Plakatieren auf privaten Zäunen oder Mauern neben öffentlichen Flächen – zum Beispiel mit Zirkus- oder Partyplakaten. Ein neuer Richterspruch mache dieses Verbot möglich, so Schulze-Werner.

Grillen und Campen verboten

Der Großteil der neuen Regelungen geht auf Anregungen des Grünflächenamtes zurück. So soll es künftig in der Nähe von Vogel-Schutzzonen an Wasser- und Uferflächen einen Anleinzwang für Hunde geben. Auf Spielplätzen soll nicht nur der Verzehr von alkoholischen Getränken, sondern auch das Grillen untersagt werden. Auch dauerhaftes Übernachten und Campen in Grünanlagen ist künftig verboten. Man reagiere damit auf „regelrechte Zeltstädte“, die sich vor allem im Sommer wiederholt an Nieberdingstraße und Coesfelder Kreuz gebildet hätten, berichtet Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt.

Schutz von Bäumen

Zudem soll es untersagt werden, Fahrräder an Bäumen oder deren Schutzeinrichtungen zu befestigen, damit diese nicht beschädigt werden. Ebenfalls dem Schutz von Bäumen dient nach Einschätzung von Gövert eine neue Regelung, die das „Slacklinen“ – Balancieren auf Gummibändern – zwischen zwei Bäumen ohne Schutzmaßnahmen an den Stämmen untersagt. Die Belastung durch diese Trendsportart sei anderenfalls so hoch, dass die Bäume „enorm“ geschädigt würden.

Kommentar: Zum Wohle der Natur

Wenn eine „ordnungsbehördliche Verordnung“, die aus einer Reihe von Verboten besteht, weiter verschärft werden soll, dann sollte man genau hinschauen: Sind die neuen Restriktionen wirklich notwendig – oder übertrieben, womöglich Gängelung? Die neue Straßenordnung scheint davon weit entfernt. Ein seitenlanges Dokument wird um einige wenige Verbote ergänzt, die wirklich Sinn zu machen scheinen. Natürlich kann man darüber streiten, ob Zirkusplakate das Stadtbild stören oder nicht. Wer allerdings – wie immer wieder zu beobachten ist – rücksichtslos der Trendsportart Slackline frönt, schadet unbestritten den Bäumen, zwischen denen die Gummibänder aufgespannt werden. Dass man auf Spielplätzen nicht grillt, sollte ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein – ebenso, dass man seinen Hund nicht durch Biotope jagt. Die neuen Verbote erhöhen den Schutz der Stadt und der Natur, sie sind daher richtig. 

Martin Kalitschke

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4355503?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F