Band Burn stellt neues Album vor Nostalgietrip in die 80er

Münster -

Zwei englischsprachige Alben hat die münsterische Band Burn bisher veröffentlicht, nun folgt das dritte – erstmals mit deutschsprachigen Songs.

Von Carsten Vogel
Burn aus Münster: Das Quartett veröffentlicht heute sein drittes Album. Record-Release-Konzert ist am 15. Oktober im Hot-Jazz-Club.
Burn aus Münster: Das Quartett veröffentlicht heute sein drittes Album. Record-Release-Konzert ist am 15. Oktober im Hot-Jazz-Club. Foto: Promo

Zwei englischsprachige Alben hat die münsterische Band Burn bisher veröffentlicht. Gute Alben, deren Musik auf dem Wave der 80er-Jahre surft. Vincent Sorg (u.a. Die Toten Hosen ) und Henning Verlage (Unheilig) haben exzellent produziert. Und trotz der bekannten Namen und des musikalischen Umfelds hat sich der erhoffte Erfolg nicht recht einstellen wollen.

Dass darüber ein Bandgefüge in die Brüche geht, ist verständlich. Wichtiger aber ist, sich nicht entmutigen zu lassen. Das findet auch Felix Friberg , Sänger und Gitarrist der Band: „Ich habe mir überlegt, an welcher Schraube könnte ich noch drehen, und was könnte mich herausfordern?“

Friberg ist seit über 20 Jahren Musiker und weiß genau, was er will. Deshalb gibt es auch kein Lamento darüber, dass er das einzige Gründungsmitglied ist, das bei allen Alben mit von der Partie war. Immerhin ist für das neue Album Schlagzeuger Jörg Schwaer zurückgekehrt.

Nun erscheint also der dritte Longplayer: „Ein Monument aus Gold“. Musikalisch bleiben Burn ihrer Mischung aus NDW trifft Indie-Rock der 90er treu. Ein bisschen The Cure, ein bisschen Muse – aber jetzt mit deutschen Texten: „Bisher hatte ich es kategorisch abgelehnt, weil es mir provinziell erschien, in deutscher Sprache zu singen.“

Ein schwieriger Spagat, ein spannender Schritt. Gerade hat es Drangsal mit dem Album „Harieschaim“ in der Popvariante vorgemacht. Ein nonchalanter Nostalgietrip in die 80er, mal deutsch und mal englisch. Vielleicht ein gutes Fahrwasser?

Nicht, wenn man auf eigenen Füßen stehen will, weiß Friberg: „Es gibt ja immer eine Band, die so ähnlich klingt. Aber der größte Knackpunkt ist der, dass wir eigenständig klingen wollen und nicht nur klingen wie jemand anderes.“

Mit „Ein Monument aus Gold“ hat Burn die deutsche Sprache zum Konzept erklärt. Das hätte scheitern können, tut es aber nicht, denn hier gelingt der Versuch, Kunst zu kommerzialisieren und nicht zwanghaft Kommerz zur Kunstform zu stilisieren. Die Texte sind klug und bar schlagerhafter Plattitüden.

Komplettiert wird das Quartett durch Gitarrist Christian Wischer und Bassist Markus Düring. Tour-Erfahrung haben sie bereits gesammelt. Burn waren mal Vorband von Schandmaul. Vor so großem Publikum spielen zu dürfen, da sagt man nicht Nein, auch wenn es kaum einen großen gemeinsamen Nenner bei Fans und Musik gibt. „Der Schandmaul-Fan an sich wollte angeschrien werden, dann hat er uns auch zugehört. Und entweder es hat ihm gefallen, oder er fand es immerhin nicht scheiße“, erzählt Felix Friberg von der Tour.

Tradition bei Burn ist es, dass das neue Album als Erstes im Hot Jazz Club Gehör findet. Kaufen aber kann man es ab Donnerstag entweder auf den Konzerten oder auch über die Homepage der Band. Auch hier haben Burn mit viel Do-it-yourself – von der Aufnahme bis zur CD-Produktion und zum Vertrieb – die Eigenregie übernommen.

Nach der Premiere geht es dann mit der Band ASP auf Tour. ASP sind eher bekannt für Gothic Rock. Da wären wir dann wieder beim Thema The Cure. „Da ist die Schnittmenge auf jeden Fall größer als bei Schandmaul“, sagt Friberg.

 

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Samstag, 15. Oktober, 21 Uhr, Hot Jazz Club, Hafenweg 26b.

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