Carll Cneut im Haus der Niederlande Alle Vögel sind da

Münster -

Die Prinzessin so grausam, die Vögel so schön. „Der Goldene Käfig“ erzählt eine dramatisch-poetische Geschichte mit einem cleveren Ende. Was Carll Cneut aus diesem Märchen von Anna Castagnoli gemacht hat, das ist im Haus der Niederlande zu bewundern.

Von Gerhard H. Kock
Carll Cneut (kleines Bild) hat mit seinem Buch „Der Goldene Käfig“ einen Erfolg gelandet. Im Haus der Niederlande sind die Originale dieses für den Jugendliteraturpreis nominierten Bilderbuches sowie weitere Öl-Gemälde des Flamen ausgestellt.
Carll Cneut (kleines Bild) hat mit seinem Buch „Der Goldene Käfig“ einen Erfolg gelandet. Im Haus der Niederlande sind die Originale dieses für den Jugendliteraturpreis nominierten Bilderbuches sowie weitere Öl-Gemälde des Flamen ausgestellt. Foto: Gerhard H. Kock

Dreht sich die Erzählung doch um bunte Vögel. Ein gefundenes Fressen für einen Illustrator. Doch der flämische Bilderbuch-Künstler ist mehr. Carll Cneut ist Maler. Und das ist den Original-„Illustrationen“ anzusehen. Für Illustrationen ungewöhnlich: Die Bilder sind in Öl gehalten. Die Präsentation betont zudem das Malerische, sind die Illustrationen doch in teils prächtige Rahmen gefasst.

Die Vorlage von Castagnoli ist für einen Maler wie Cneut wie geschaffen. Denn es geht um Vögel. Für die verwöhnte Prinzessin Valentina ist es selbstverständlich, jeden Vogel zu bekommen, den sie haben möchte. Eines Nachts träumt sie von einem sprechenden Vogel. Den will sie haben. Die Diener müssen suchen. Doch ohne Erfolg. Viele Köpfe rollen. Bis schließlich einer kommt, der clever ist und ihr ein Versprechen abverlangt . . . 

Diese Legende von Macht und Obsession, von Veränderung und Geduld wurde von Cneut in intensiven Szenarien von unvergleichbarer Bildgewalt dargestellt. Aber nicht nur das. Sein paralleles Buch „Komische Vögel“ zeigt angefangene Vögel und fordert Kinder (oder Erwachsene) dazu auf, diese Vorlagen-Tiere weiterzumalen. Eine riesige Collage zeigt diese Bilder.

In der Ausstellung sind weitere illustrative Gemälde des vielfach ausgezeichneten Belgiers zu sehen von den „Ten Moonstruck Piglets“ bis zu der „Hexenfee“ (erscheint 2017 in Deutschland ). Das ist eine Feen-Mädchen, das Flecken auf dem Kleidchen hat, Rollschuhfahren will und sowieso weniger feengleich ist. Nach Ärger mit der Mutter flüchtet sich das Feechen in den Hexewald und lernt dort allerlei, was letztlich auch der Mutter sympathisch ist.

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Die Vernissage ist am Freitag (7. Oktober) um 17 Uhr in Anwesenheit des Künstlers. Die Ausstellung ist bis zum 8. Januar im Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7, sehen. Am Samstag (8. Oktober) gibt es um 11 Uhr Lesung und Workshop für Kinder in der Stadtbücherei, Alter Steinweg 11, sowie um 20 Uhr in der Alten Feuerwache (Bohem Verlag), Bernhard-Ernst-Straße 12, ein Werkstattgespräch. Eintritt frei.

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