St.-Franziskus-Hospital geht neue Wege Privatspender sollen Umbau der Kinderstation mitfinanzieren

Münster -

Das St.-Franziskus-Hospital will die Kinderstation ausbauen, um für Kinder und Eltern mehr Platz zu schaffen. Das Krankenhaus geht bei der Finanzierung ungewohnte Wege. Mit einer Spendenkampagne soll ein Teil der Baukosten bei privaten Spendern einworben werden.

Von Karin Völker
Sie gaben den Startschuss für die Spendenkampagne zum Ausbau der Kindermedizin am St.-Franziskus-Hospital (v.l.): Dr. Michael Böswald, Dr. Ansgar Klemann, Leonhard Decker, Prof. Dr. Michael Möllmann, Christine Gradert und Dr. Florian Ulrichs.
Sie gaben den Startschuss für die Spendenkampagne zum Ausbau der Kindermedizin am St.-Franziskus-Hospital (v.l.): Dr. Michael Böswald, Dr. Ansgar Klemann, Leonhard Decker, Prof. Dr. Michael Möllmann, Christine Gradert und Dr. Florian Ulrichs. Foto: Oliver Werner

Wenn es Abend wird in der Kinderklinik des St.-Franziskus-Hospitals, kommt die Stunde des Möbelschleppens. Die Klappliegen für die Eltern, die mit ihren kranken Kindern im Zimmer übernachten, werden jeden Abend aufs Neue herangeschafft. In den Zimmern ist zu wenig Platz, als dass sie den Tag über dort stehen bleiben können.

Die beengten Verhältnisse in der Kinderklinik sollen in absehbarer Zeit derVergangenheit angehören. Das Franziskus-Hospital baut die Stationen für die Behandlung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen aus. Damit die Ausstattung so freundlich und großzügig wird, wie es Ärzte und Pfleger für erforderlich halten, müssen rund 13 Millionen Euro aufgebracht werden. Nur knapp zehn Millionen davon sind durch öffentliche Förderung und durch die Franziskus-Stiftung gedeckt. Deshalb hat das Franziskus-Hospital nun eine große Spenden-Kampagne gestartet. Das Motto der Aktion lautet: „Mehr Raum für Nähe“. Mit kleinen und großen Spenden soll die Finanzierungslücke in Höhe von 3,33 Millionen Euro geschlossen werden. „Wir geben uns dafür viel Zeit“, erklärte am Dienstag der kaufmännische Direktor Dr. Ansgar Klemann . Der im kommenden Jahr beginnende Umbau soll in vier Bauabschnitten bis 2024 dauern – weil bei laufendem Betrieb gearbeitet werden muss.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses sind bereits mit gutem Beispiel vorangegangen, freut sich einer der Chefärzte, Dr. Michael Böswald . Über Spenden und Sammelaktionen haben die Mitarbeiter zusammen bereits 15 000 Euro als Startkapital gesammelt – Geld für 24 Quadratmeter der neuen Stationen. 650 Euro kostet die Ausstattung eines Qua­dratmeters der neuen Stationen.

Als Erstes soll die Station für Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren erweitert und umgebaut werden, es folgt die Neugeborenenmedizin und die Kinderintensivstation. Auch dort sollen künftig Eltern komfortabel bei ihren Kindern untergebracht werden können. Verbessert werden soll auch das sogenannte „Rooming-in“ in der Station für Babys und Kleinkinder sowie die Ausstattung der Behandlungs- und Untersuchungsräume.  

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