Hochschulsport Bewegung mit exotischer Note

Münster -

Beim Hochschulsport stoßen Studenten auf Sportarten, von deren Existenz sie zuvor nichts ahnten. Was zum Teufel ist Ba Gua Zhang oder TAM-Beach?

Von Eva Paetow
Hier wird TAM-Beach gespielt – eines der exotischen Angebote beim Hochschulsport.  
Hier wird TAM-Beach gespielt – eines der exotischen Angebote beim Hochschulsport.   Foto: Matthias Ahlke

„Waffenloser Kampf nach dem höchsten Prinzip“ – so in etwa lautet die Übersetzung dessen, was fünf Studierende in der Halle auf dem Leonardo-Campus zeigen: Ihre Bewegungen fließen synchron, langsam bewegen sich ihre Arme. Taijiquan nennt sich der Sport . Er verspricht einen bewussteren Umgang mit dem Alltag. 140 Sportarten sind im Angebot des Hochschulsportes enthalten, darunter auch die fernöstliche Kampfkunst und andere „Exoten“.

Taijiquan-Trainerin Katharina Schäfer : „Die innere Haltung gegenüber Stress verändert sich, und die Körperwahrnehmung verbessert sich erheblich.“ Tolga Saracoglu , der seit einiger Zeit Taijiquan ausübt, beginnt mehr und mehr „die Ruhe in der Unruhe zu suchen“. Sich auszupowern ist nicht das Ziel der chinesischen Kampfkunst. Man begegnet Widerständen mit Ruhe und Passivität.

„Für den Kampfkunstaspekt dieser Sportart muss man viel Geduld mitbringen“, sagt Obmann Attila Kornel, „denn es gibt durchaus andere Kampfkünste, in denen man schneller Erfolge erzielt.“

Ähnlich wie Taijiquan ist auch die Sportart Ba Gua Zhang eine alte Kampfkunst aus China . Der Wettkampf steht nicht im Vordergrund. Ziel ist das optimale Training des Körpers. Nebenbei lernen die Sportler, dem Kampf zu entsagen.

Das klingt bei einer Kampfkunst nach einem Widerspruch. Erklärung findet man im philosophischen Aspekt von Ba Gua Zhang, dessen Ursprünge im Daoismus, der Lehre des Weges, liegen. Es soll eine gewisse Harmonie zwischen Gegenpolen geschaffen werden. Kampf und Verteidigung, Anspannung und Entspannung, Yin und Yan.

Sich mit dem philosophischen Aspekt der Sportart auseinanderzusetzen, ist kein Muss. Neben Aufwärm- und Dehnübungen runden Atem- und gezielte Muskelübungen das Training ab. In erster Linie geht es den Trainern darum, „dass man gesünder nach Hause geht, als man in das Training kommt“.

Wer es etwas wilder mag, ist bei TAM-Beach genau richtig. Die Trendsportart klingt schon nach Sommer und wird im Hochschulsport auch nur im Sommersemester angeboten. „Man kann TAM-Beach am besten als eine Mischung aus Tennis und Beachvolleyball beschreiben“, erklärt Trainer Simon Weskamp. Gespielt wird nach Badmintonregeln.

TAM-Beach ist eine von vier Varianten der klassischen italienischen Sportart „Tamburello“. Die Besonderheit ist, dass der Schläger aussieht wie ein Tamburin. Es wird zu zweit, viert oder sechst auf dem Beachvolleyball-Feld gespielt.

Der Spieler schlägt den Ball über das Netz in die gegnerische Spielhälfte. Die Gegner versuchen, ihn auf direktem Wege zurückzuschlagen.

Man bekommt schnell ein Gefühl für den Schläger, versichert Simon Weskamp, „er ist wie eine Vergrößerung der Handfläche“. Seit sechs Jahren setzt er sich für die Sportart ein. Zusammen mit anderen Begeisterten haben sie den Verein „Tamburello Turtles Münster“ gegründet. Sie nehmen auch an Meisterschaften teil.

Die Vorteile von Tamburello sind klar: leicht zu erlernen, jeder Ball geht und es reichen zwei Spieler für ein Match. Außerdem lädt der weiche Sand auf dem „TAM-Beach“-Feld ein zu waghalsigen Hechtsprüngen.

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