Familiensprechstunde im Südviertelbüro Hilfe in vielen Lebenslagen

Münster -

Das Südviertelbüro ist ein bisschen wie ihre zweite Heimat. Vor sechs Jahren hat Iklime Düx während ihres Studiums an der Fachhochschule Münster für ein Praxisprojekt die Familiensprechstunde konzipiert. „Bevor der Rechtsanspruch für Einjährige kam, gab es einen großen Bedarf an Beratung und Betreuung, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“, sagt sie. Ihr Konzept der Familiensprechstunde war so erfolgreich, dass die Stadt Münster es über Jahre finanziert hat.

Von Karin Höller
Im Südviertel-Büro ist Iklime Düx seit Jahren ehrenamtlich aktiv. Vor allem in der Familiensprechstunde hat sie sich für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingesetzt.
Im Südviertel-Büro ist Iklime Düx seit Jahren ehrenamtlich aktiv. Vor allem in der Familiensprechstunde hat sie sich für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingesetzt. Foto: Matthias Ahlke

Jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr verwandelte sich das Südviertelbüro in ein Kinderparadies mit Spielecke und Müttern und Vätern, die sich ungezwungen aus­tauschen, Hinweise zu Betreuungsangeboten in Viertel und Antworten auf Fragen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ­erhielten. In der Beratung wurden zudem rechtliche Informationen beispiels­weise zu Elternzeit oder -geld gegeben sowie Kontakte zu Familienberatungs­stellen hergestellt.

Düx: „Die Familiensprechstunde war erste Anlaufstelle bei allen Problemen rund um Familie“. Deshalb habe es in der Familiensprechstunde beispielsweise auch Begleitung zu Anlaufschwierigkeiten beim Kita-Navigator gegeben.

Da sich inzwischen das Problem der Betreuung der Unter-Dreijährigen entschärft hat, geht es heute, so Düx, „mehr um die individuelle Beratung“. Wie kann der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für den Nachwuchs durchgesetzt werden, wo gibt es passende Angebote im Stadtviertel?

Bei Festen und Aktionen des Südviertelbüros ist Iklime Düx ebenfalls regelmäßig mit von der Partie.

Das große Engagement im Südviertelbüro hat ihr übrigens auch beruflich weitergeholfen. Zum einen hat sie ihre Bachelor-Arbeit über die Familiensprechstunde und die niedrigschwellige Beratung geschrieben. Zum anderen hat ihr das gesellschaftliche Engagement zu einem Deutschlandstipendium für ihr Studium an der Fachhochschule Münster verholfen. Seit 2013 arbeitet sie im Familienservice der Fachhochschule im Gebäude an der Hüfferstraße. Düx berät bei Bedarf Hochschulbeschäftigte und Studenten in allen Familienfragen. Stichwort: familiengerechte Hochschule. „Und mitunter geht es nicht nur darum, jungen Müttern bei der ­Suche nach einem Betreuungsplatz zu helfen, sondern auch Probleme mit pflegebedürftigen Eltern zu bewältigen“, sagt sie.

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