NRW-Nachhaltigkeitstagung Wege aus der Wachstums-Krise

Münster -

Wenn Wohlstand, Klimaschutz und Gerechtigkeit weltweit vereinbart werden sollen, sind auch die Kommunen gefragt. Zwei Minister suchten auf der NRW-Nachhaltigkeitstagung gemeinsam mit 400 Gästen nach Ideen und Lösungen.

Von Karin Höller
Auf Ideensuche für nachhaltiges Wirtschaften (v.l.): Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Umweltminister Johannes Remmel und Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck.
Auf Ideensuche für nachhaltiges Wirtschaften (v.l.): Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Umweltminister Johannes Remmel und Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck. Foto: hö

Den größten Applaus gab es im Auftakt der NRW-Nachhaltigkeitstagung mit rund 400 Gästen im Schloss nicht für Umwelt-Minister Remmel oder Wissenschaftsministerin Ministerin Svenja Schulze , sondern für zwei junge Schauspieler vom Theater Cactus. Die demonstrierten anschaulich, dass ­ein Wirtschaften mit ausschließlichem Fokus auf Wachstum und Gewinnmaximierung in der globalen Katastrophe endet.

Viele neue Ideen für eine erfolgreiche Umsetzung der im Juni von der Landesregierung beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie erhoffte sich Minister Remmel. Ein Lob gleich zum Auftakt: „Auch von Münster kann das Land lernen“, so der Minister. Oberbürgermeister Markus Lewe nannte erfolgreiche Beispiele, darunter die Auszeichnung Münsters als Fairtrade-Town, die Auszeichnung mit dem europäischen Energy-Award und die flächensparende Stadtplanung. Gesellschaftliche Werte müssen sich ändern, damit Ökonomie und Ökologie sich nicht ausschließen. Lewe formulierte es so: „Es muss Spaß machen, bescheidener zu leben“ – ohne großen Ressourcenverzehr.

Münster gehört zu jenen 15 Kommunen in NRW , die integrierte Strategien zur Umsetzung der vor einem Jahr auf einem UN-Gipfel in New York verabschiedeten globalen 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung erarbeiten. Eingebunden wird dabei universitäre Forschung, wie Prof. Doris Fuchs, Sprecherin des Zentrums für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung der Uni Münster, deutlich machte. Insbesondere eine nachhaltige Wasserwirtschaft sei ein Ansatzpunkt für die interdisziplinäre Arbeit, betonte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Konkrete Beispiele für nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften bot der Markt der Möglichkeiten auf dem Schlossplatz, darunter Anbieter von Solaranlagen, die Stadtwerke, die über Öko-Strom informierten, und Schüler, die im Kleinen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Waldschule Kinderhaus verkaufte Marmeladen und Apfelsaft, die ihre Schülerfirma „Eat fresh“ hergestellt hat. Dank einer Kooperation „verarbeiten wir Obst von einer Streuobstwiese von Haus Kump“, erklärt Tim Delbrügge und lässt die Tagungsgäste frisch gepressten Apfelsaft kosten.

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