Haushalt 2017 Kämmerer Reinkemeier: „Kräftig gießen und die Äste stutzen“

Münster -

Alfons Reinkemeier ist Kämmerer und kein Gärtner. Und doch machte er in seiner Haushaltsrede einen Ausflug in die Botanik, um ein Münster-Problem zu dokumentieren. Er formulierte die Frage: „Warum wächst und gedeiht der Haushaltsbaum nicht wie gewünscht, obwohl er an einem scheinbar guten Platz gepflanzt ist?“ Reinkemeier spielte auf die außerordentlich guten wirtschaftlichen Rahmendaten an, die ihn gleichwohl nicht vor Defiziten bewahren.

Von Klaus Baumeister

Reinkemeier führte dieses Missverhältnis unter anderem darauf zurück, dass die Gewerbesteuer sehr ertragreich, gleichwohl nur schwer zu kalkulieren sei. Nachteilig sei auch, dass Münsters hohe Steuerkraft mit entsprechend Abstrichen bei der Zuweisung von Landesmitteln verknüpft sei.

Der Kämmerer nannte die Schlüsselzuweisungen, bei denen Münster 2017 leer ausgehe. Das sei gleich doppelt tragisch, weil auch Mittel, die der Bund zu Entlastung der Kommunen zur Verfügung stelle, vom Land in Form von Schlüsselzuweisungen verteilt werden.

Gleichwohl appellierte Reinkemeier auch an die Ratsmitglieder, gemeinsam mit ihm den Baum namens Haushalt 2017 zu „durchforsten“. Diesen Appell verband er mit einem Zitat von Thomas Jefferson , einem der Gründungsväter der USA . Er sagte einmal: „Wir haben die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit oder Überfluss und Knechtschaft.“

Kurz und gut, gutes Wirtschaften heißt für Reinkemeier: „Stetiges Gießen durch konstante Einnahmen, Düngen durch langfristige Innovationsprojekte und den Mut haben, Äste zu stutzen.“

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