Metropolis-Hochhaus: Parteiübergreifende Kritik am Investorenduo „Vertrag mit Füßen getreten“

Münster -

Die Kritik an dem Investorenduo Deilmann/Kresing war öffentlich. Sie war parteiübergreifend. Und sie war heftig. So heftig, dass selbst die Rettungsversuche noch wie verbale Keulenschläge wirkten.

Von Klaus Baumeister
 
 

So warnte der CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel im Hinblick auf die noch nicht abgeschlossene, juristische Überprüfung vor einer „Vorverurteilung“ von Deilmann und Kresing , „auch wenn sie oft nicht sehr sympathisch daherkommen“.

Mittwochabend im Rat. Die SPD hatte eine aktuelle Stunde beantragt, nachdem bekannt geworden war, dass die Investoren Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing ein Trick anwenden möchten, um sich der zugesagten Höchstmiete von 8,50 Euro kalt für 25 Prozent der Wohnfläche in dem neuen Metropolis-Hochhaus entziehen zu können. Deilmann hatte erklärt, dass die Flächen an seine Frau vermietet werden wollen – mit dem Ziel, dass diese die Flächen dann teurer weitervermietet.

Wie Oberbürgermeister Markus Lewe in der Aussprache andeutete, rudern die beiden Investoren offenbar zurück. Er verlas einen Brief, in dem zugesichert wird, die 8,50-Euro-Miete dem „endgültigen Bewohner“ zu gewähren, nicht der vermietenden Deilmann-Ehefrau. Dieser Brief, der bislang nur von Kresing unterzeichnet wurde, werde in die laufende juristische Prüfung einfließen, deren Ergebnis in der kommenden Woche vorliegen soll.

In einem sarkastischen Kommentar dazu sprach der SPD-Ratsherr Thomas Kollmann die Hoffnung aus, dass die „Resozialisierung“ der Investoren gelinge.

Mit außergewöhnlich scharfen Worten hatten Ratsmitglieder zuvor Lewe ausgefordert, auf die Einhaltung der mit der Stadt getroffenen Vereinbarung zu drängen. Der GAL-Ratsherr Gerhard Joksch erklärte sogar, dass bei einer Vertragsverletzung auch das Baurecht gegenstandslos sei: „Dann kann die Stadt den Bau stilllegen.“

Unmissverständlich erklärten zahlreiche Ratsmitglieder, dass ihr Vertrauen in die beiden Investoren „erheblich gestört“ sei, wie es Thomas Fastermann (SPD) ausdrückte. Otto Reiners (Grüne) sprach von einem „Schurkenstück“. Das „dubiose Verhalten“ der beiden Investoren bewerte er als eine „Missachtung der Regeln der Demokratie“.

Der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung warf den Investoren vor, den mit der Stadt ausgehandelten Vertrag „mit Füßen getreten“ zu haben. Mit diesem „dreisten Verhalten“ dürften sie keinen Erfolg haben. Der Linke Rüdiger Sagel vermutete „pure Gier“ hinter dem Verhalten von Deilmann/ Kresing.

Selbst der für seine sehr besonnene Art bekannte CDU-Ratsherr Frank Baumann hielt fest: „Es wurde versucht, uns auszutricksen.“ Die Öffentlichkeit in Münster und auch er persönlich fühlten sich „veräppelt“.

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