Interview mit Stoppok Künstler im Hier und Jetzt

Münster -

Am kommenden Freitag erscheint das neue Album von Stoppok „Operation 17“. Damit geht der Sänger und Musiker auch auf Tournee. Im November macht er Station in der Sputnikhalle. Wir haben mit ihm über seine Konzerte und ein prägendes Erlebnis im Jovel gesprochen.

Von Carsten Vogel
Stoppok veröffentlicht am Freitag sein 17. Album. Mit den neuen Songs geht der mittlerweile 60-Jährige jetzt auf Deutschlandtournee. Station macht er mit seiner Band auch in der Sputnikhalle.
Stoppok veröffentlicht am Freitag sein 17. Album. Mit den neuen Songs geht der mittlerweile 60-Jährige jetzt auf Deutschlandtournee. Station macht er mit seiner Band auch in der Sputnikhalle. Foto: Robert Grischek

Wenn man dich auf der Bühne sieht, scheinst du immer viel Spaß zu haben. Täuscht das? Gibt es auch mal schlechte Tage und du überspielst die miese Laune?

Stefan Soppok: (lacht) Ich bin wirklich ein sehr schlechter Schauspieler. Ich habe das Glück, dass es mir tierisch Spaß macht. Immer mehr sogar.

„Operation 17“ ist – wie der Name sagt – dein 17. Album. Wie bekommst du alle deine Hits in einem Set unter?

Stoppok: Wenn es ein Problem gibt, – das läuft unter dem Motto: wenn ich sonst keine Probleme habe (lacht) – dann das. Beim Songschreiben denke ich: Noch mehr Songs, wie bringst du die alle bloß unter (lacht). Deshalb habe ich im Gegensatz zum vorherigen Album „Popschutz“, das 16 Titel enthält, bewusst entschieden, auf elf zu reduzieren. Sonst gehen Songs einfach verloren.

Mich würde es als Künstler nerven, immer nur die alten Sache spielen zu müssen. So wie die Rolling Stones . Die Hälfte der Setlist ist seit Jahrzehnten unverändert.

Stoppok: Mich würde es nerven, einer von den Rolling Stones zu sein (lacht). Das sind Künstler, die außerhalb jeglicher Reichweite sind. Mir macht es Spaß, im Hier und Jetzt zu leben. Aber es stimmt, was du sagst: Ich habe ein paar Songs von mir noch nie live gespielt. Manchmal ist es gut im Leben, wenn es noch Sachen gibt, die man machen kann (lacht).

Nimmst du Rücksicht auf das, was deine Fans hören wollen?

Stoppok: Das ist weder schwarz noch weiß, sondern eine Mischkalkulation. Ich wähle die Songs so aus, dass eine gewisse Dynamik an einem Abend entsteht. Dafür dass die Leute Spaß haben, weiß ich, dass ich Spaß haben muss.

Es gibt Künstler, deren Songs ganz schlecht altern. Weil die Texte inaktuell sind oder das Schlagzeug gruselig klingt. Das ist bei dir anders.

Stoppok: Mein Vorteil ist, dass ich nie einer bestimmten Szene angehört habe und mich dementsprechend nie unterordnen musste.

Du hast schon oft in Münster gespielt. Gab es ein prägendes Konzert, an das du dich erinnerst?

Stoppok: Mir fällt spontan etwas Negatives ein. Wir sind zur Zeit von „Happy End im La-La-Land“ im großen Jovel damals von kreischenden Fans empfangen worden. Da habe ich gemerkt, dass ich für dieses Popstartum nicht geschaffen bin. Erst findet man das alles schön, aber dann kann man verstehen, dass die Beatles aufgehört haben, live zu spielen. Es geht dann nicht mehr um die Musik an sich, sondern um die Projektion der Leute. Man ist wie eine Marionette. Im Jovel habe ich das damals sehr bewusst und auffällig erlebt.

Zum Thema

Sonntag, 6. November, 20 Uhr, Sputnikhalle , Am Hawerkamp 31.

Die wollten bestimmt alle „Dumpfbacke“ hören.

Stoppok: Wahrscheinlich. Danach fing ich an wieder zurückzurudern, was den Kommerz anging.

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