Henry Moore im Landesmuseum Von Brabender fasziniert

Münster -

Vor 40 Jahren begrüßte das Landesmuseum den Bildhauer Henry Moore (1898-1986) zur feierlichen Übergabe der Plastik „Working Model for Stone Memorial“ (Arbeitsmodell für steinernes Denkmal) zum ersten Mal. Daraus entwickelte sich eine nachhaltige Verbindung.

Henry Moore spazierte mit Paul Pieper durch Münster und das „Westfälische Landesmuseum“.
Henry Moore spazierte mit Paul Pieper durch Münster und das „Westfälische Landesmuseum“. Foto: LWL

Vor 40 Jahren begrüßte das Landesmuseum den Bildhauer Henry Moore (1898-1986) zur feierlichen Übergabe der Plastik „Working Model for Stone Memorial“ ( Arbeitsmodell für steinernes Denkmal) zum ersten Mal. Daraus entwickelte sich eine nachhaltige Verbindung des Künstlers zum Museum und zu Münster, vor allem zum damaligen Direktor Prof. Dr. Paul Pieper. In der Sonderausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa “ (11. November bis 19. März 2017) wird das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) den herausragenden Bildhauer des 20. Jahrhunderts ehren.

Die Aufnahmen, die bei dem Besuch entstanden, sehen aus wie aus einem Fotoalbum mit Familienerinnerungen: Ins Gespräch vertieft, angeregt unterhaltend und aus nächster Nähe zeigen sie den schon damals vor allem durch die Ausstellungstätigkeit des British Council zu Weltruhm erlangten Bildhauer Henry Moore beim Rundgang durch die bedeutende Mittelalter-Abteilung des Museums. Prominente Politiker und ein voller Vortragssaal empfingen den Briten am Sonntag, 26. September 1976. Erst zwei Tage zuvor waren spät abends die Plastik und ein in Moores Gießerei in Berlin angefertigter drehbarer Sockel angeliefert worden.

Als Dauerleihgabe der neuen Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ist die Plastik zum Anfassen ein Publikumsmagnet im Museum. In der neuen Moore-Ausstellung wird sie Ausgangspunkt für den Einblick in Moores Werk und seine Bedeutung für Europa sein.

Die bildhauerischen Werke der Mittelaltersammlung des Museums faszinierten Moore besonders, darunter die Figurengruppe von Heinrich Brabender . Dass damals eine Monografie über Brabender fehlte, bewog Moore kurzerhand dazu, deren Erstellung zu fördern. In enger Zusammenarbeit mit Moore, der eigens für den Katalog seinen Fotografen David Finn engagierte, entstand die erste Brabender-Monografie, zu der Moore die Einleitung beitrug.

Moores Begeisterung für die mittelalterlichen Skulpturen greift die Ausstellung auf: Die Außenplastik „Two Piece Reclining Figure No. 5“ aus Recklinghausen wird auf dem Vorplatz des LWL-Museums unterhalb der Spitze, vis à vis zu den Skulpturen Brabenders, aufgestellt.

Moores Anspruch an eine Plastik, sie solle „auf den ersten Blick ruhig einiges Unklare und verborgene Bedeutungen“ enthalten, denn so wecke sie beim Betrachter den Wunsch, sie wieder und wieder zu bedenken, können die Besucher 40 Jahre später in der Ausstellung nachgehen. Die Sonderausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“ zeigt bildhauerische wie grafische Werke von Moore aus seiner gesamten Schaffenszeit und stellt sie Künstlern wie Pablo Picasso, Barbara Hepworth, Joseph Beuys, Markus Lüpertz und Karl Hartung gegenüber. Der vor allem in Deutschland so vielschichtige Einfluss Moores wird so besonders deutlich.

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