Steuerzahlerbund NRW vergleicht Kita-Gebühren Münster ist Spitze bei Einkommensgrenze

Münster -

Münster ist Spitzenreiter – und zwar „weiterhin“, wie der Bund der Steuerzahler am Mittwoch berichtete. Dabei geht es jedoch nicht um Steuerverschwendung, sondern Kita-Gebühren. Und nicht etwa die höchsten.

Von Markus Kampmann
Münster ist Spitze: Hier müssen Eltern erst ab einem Einkommen von 37.000 Euro Kita-Beiträge bezahlen.
Münster ist Spitze: Hier müssen Eltern erst ab einem Einkommen von 37.000 Euro Kita-Beiträge bezahlen. Foto: dpa/Patrick Pleul (Symboldbild)

Bund der Steuerzahler NRW hat die Kita-Gebühren in den 57 größten Städten des Landes miteinander verglichen. Die Stadt Münster hält die Spitzenposition bei dem Betrag, ab dem Eltern überhaupt Kindergartenbeiträge zahlen müssen: Hier werden Beiträge erst ab einem Einkommen von mehr als 37.000 Euro erhoben.

Zum Vergleich: In Kerpen, Köln, Mönchengladbach und Mülheim an der Ruhr zahlen Eltern schon ab einem Einkommen von nur 12.271 Euro Kindergartenbeiträge. Drei Kommunen hätten diesen Betrag angehoben, heißt es in der Pressemitteilung des Steuerzahlerbundes: In Krefeld stieg das beitragsfreie Einkommen von 15.000 auf 19.000 Euro, in Lippstadt von 15.000 auf 25.000 Euro und in Iserlohn von 23.999 auf 29.999 Euro. Zusammen mit Siegen (29.999 Euro) weist Iserlohn die zweithöchste Freigrenze auf.

Gebühren sind andernorts niedriger

Für Familien aber, die über dem Freibetrag liegen und damit Kita-Beiträge zahlen müssen, ist Münster nicht die günstigste Kommune: So zahlen Familien mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro beispielsweise 137 Euro monatlich für die 25-Stunden-Betreuung eines unter dreijährigen Kindes. Am wenigsten verlangt für die gleiche Leistung Düsseldorf mit 30 Euro, am meisten Bielefeld und Oberhausen mit über 170 Euro.

Höchstgrenzen variieren

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Höchstgrenzen. In Münster beträgt sie 150.001 Euro. In Detmold zahlen den höchsten Kindergartenbeitrag jetzt Eltern ab einem Einkommen von 100.000 Euro (vorher 80.000 Euro). Lippstadt hat die Einkommensgrenze von 75.001 auf 100.001 Euro erhöht und Krefeld von 61.401 Euro auf 150.001 Euro. In Hamm wird dagegen der höchste Beitrag schon bei einem Einkommen von 61.001 Euro fällig, in Solingen und Wuppertal ab 71.001 Euro.

Den höchsten Kindergartenbeitrag verlangt Bergisch Gladbach: 800 Euro für eine 45-stündige U2-Betreuung (ab einem Einkommen ab 130.001 Euro). In Münster werden dafür 661 Euro fällig (ab 150.001 Euro Einkommen). In Grevenbroich zahlen Eltern 792 Euro, allerdings schon bei einem Einkommen ab 95.001 Euro. Auffällig ist, dass Eltern in Siegen nur einen Höchstbetrag von 390 Euro zahlen – ab einem Einkommen von 150.001 Euro.

Geburtenzahlen

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Vergleich der Einkommensstufe ab 40.000 Euro

Einen aussagefähigen Vergleich bieten die Beiträge in der Einkommensstufe von 40.000 Euro. Dort werden die niedrigsten Beiträge bei einer 45-stündigen U2/U3-Betreuung in Siegen mit 64 Euro und in Viersen mit 90 Euro erhoben. Am anderen Ende der Skala befinden sich Arnsberg mit 253 Euro, Duisburg mit 252 Euro und Oberhausen mit 251 Euro. In Münster liegt der Betrag bei 219 Euro im Monat.

Bei der 45-stündigen Ü2/Ü3-Betreuung ist Siegen wiederum Spitzenreiter mit 64 Euro, gefolgt von Ratingen mit 66 Euro und Neuss mit 67 Euro. Die höchsten Beiträge sind in Rheine mit 147 Euro, in Velbert mit 138 Euro sowie Minden mit 137 Euro zu entrichten. Münster verlangt hierfür 121 Euro.

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