Programm des „Zebra Poetry Film Festivals“ steht Gedichte gucken und Gespräche

Münster -

Zwischendurch ein Nickerchen machen wird schwierig. Beim „Zebra Poetry Film Festival“, das von Berlin nach Münster umzieht, ist reiner Konsum möglich, aber schwer durchzuhalten.

Von Gerhard H. Kock
Die ästhetische Vielfalt beim Zebra Poetry Film Festival ist enorm: Von erzählten Kurzfilmen über virtuose Animationen bis zu avantgardistischen Experimenten reicht das Spektrum, das am letzten Oktober-Wochenende im Schlosstheater zu sehen sein wird.
Die ästhetische Vielfalt beim Zebra Poetry Film Festival ist enorm: Von erzählten Kurzfilmen über virtuose Animationen bis zu avantgardistischen Experimenten reicht das Spektrum, das am letzten Oktober-Wochenende im Schlosstheater zu sehen sein wird. Foto: Zebra

Zwischendurch ein Nickerchen machen wird schwierig. Beim „ Zebra Poetry Film Festival“, das von Berlin nach Münster umzieht, ist reiner Konsum möglich, aber schwer durchzuhalten. In der Regel sind bereits Gedichte herausfordernd, beim Poesiefilm kommen bewegte Bilder hinzu. Der künstlerische Leiter Thomas Zandegiacomo Del Bel hat eine gute Nachricht: „Bei allen Vorstellungen gibt es einen Moderator.“

Damit wird es auf die Klassikerfrage „Was wollte der Dichter damit sagen?“ auf jeden Fall eine Antwort geben. Und an den vier Tagen vom 27. bis 30. Oktober viele Antworten und Fragen. Denn noch nie wurden so viele Filme zum Zebra-Festival eingesandt wie diesmal, da es zum ersten Mal in Münster stattfindet, veranstaltet von der Filmwerkstatt. Die Programmkommission hat sich 1100 Einsendungen aus 86 Ländern angesehen und 80 Filme für die fünf Preise nominiert. Es werden Auszeichnungen im Gesamtwert von 12 500 Euro vergeben.

Der „Ritter Sport“-Preis wird für den besten deutsprachigen Film, der Goethe-Preis für die beste experimentelle Animation vergeben, der „Toleranz“-Preis des Auswärtigen Amtes geht an den besten politischen, sozialen, kritischen Film. Die sowohl sprachlich wie filmisch überzeugendste Produktion wird mit dem Zebra-Festival-Preis gezeichnet. Darüber entscheidet eine rein weibliche Jury: Sabine Scho, Juliane Fuchs und Ellen Kocken (angefragt). Über den Zebrino-Preis stimmen Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis zwölf Jahren nach den Vorstellungen ab.

Zandegiacomo Del Bel hat die Filme ein wenig gruppiert. Es gibt vier Wettbewerbsprogramme: „Internationaler Wettbewerb“, „Deutschsprachiger Wettbewerb“, „NRW-Wettbewerb“ und „Zebrino-Wettbewerb“ (hier sind alle Filme deutsch eingesprochen). Darüber hinaus sind Filme unter Labeln wie „Poetry Clips“ oder „Filmpoems“ zu sehen.

Der Schwerpunkt des diesjährigen Filmfestivals liegt auf den Niederlanden und Flandern. Damit gehört „Zebra“ zum offiziellen Rahmenprogramm der Frankfurter Buchmesse. Mit ausgewählten Poesiefilmen aus den Einsendungen, preisgekrönten Klassikern und den Ergebnissen der Masterclass „Poetry across the borders“ wird die Vielfalt dieses Sprachraums präsentiert.

Erstmalig lud das Festival ein, das Gedicht „Orakel van een gevonden schoen“ des niederländischen Lyrikers Mustafa Stitou zu verfilmen. Die Regisseure der besten sechs Verfilmungen sind nach Münster eingeladen, um ihre Filme vorzustellen und zu diskutieren.

Das Zebra Poetry Film Festival wurde 2002 vom Haus für Poesie in Berlin aus der Taufe gehoben. Es war die erste und ist die größte internationale Plattform für Kurzfilme, die auf Gedichten basieren – die Poesiefilme.

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