Erste Wasserstofftankstelle des Münsterlandes eröffnet Der Treibstoff der Zukunft

Münster -

Erst zwei Wasserstofftankstellen sind in Nordrhein-Westfalen am Netz. Viel zu wenig, wenn man Autofahrer für den umweltfreundlichen Umstieg auf ein Fahrzeug mit der Brennstoffzellen-Technik begeistern will. Die Westfalen AG setzt jetzt in der Region ein starkes Zeichen in Sachen „Treibstoff der Zukunft“ und eröffnet in Amelsbüren die erste Wasserstofftankstelle im Münsterland. Und das, obwohl die Zahl der Autos mit Brennstoffzellen noch sehr überschaubar ist.

Von Helmut P. Etzkorn
Fast fertig ist die Wasserstofftankstelle in Amelsbüren. Für Technik-Chef Thomas Kuhlmann (r.) und Reiner Ropohl vom Vorstand der Westfalen AG beginnt damit ein neues Kapitel in der Firmengeschichte des Energieversorgers.
Fast fertig ist die Wasserstofftankstelle in Amelsbüren. Für Technik-Chef Thomas Kuhlmann (r.) und Reiner Ropohl vom Vorstand der Westfalen AG beginnt damit ein neues Kapitel in der Firmengeschichte des Energieversorgers. Foto: hpe

„Wir wollen als mittelständisches Unternehmen ein Zeichen setzen, wenn es um die Treibstoffversorgung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten geht“, meint Technik-Chef Thomas Kuhlmann von der Westfalen AG .

Unübersehbar neben der bereits eröffneten Benzin-Tankstelle und nur wenige Hundert Meter entfernt von der neuen Autobahnabfahrt Hiltrup/ Amelsbüren ist der gut 21 Meter hohe Speicherbehälter. In der weißen Röhre werden 420 Kilogramm gasförmiger Wasserstoff gebunkert, übrigens mit Gasen, die aus eigener Herstellung in der Wasserstoffproduktionsanlage Salzbergen stammen. In zwei daneben stehenden Containern wird der Wasserstoff hoch verdichtet und gereinigt, dann geht es über eine unterirdische Leitung zu den zwei Zapfsäulen.

Die Tankfüllung selbst dauert nur wenige Minuten und erlaubt eine Reichweite von 500 Kilometern. Es gibt Zapfpistolen für Personenwagen und Busse. Weil die Stadtwerke im kommenden Jahr zwei Wasserstoff-Busse in Betrieb nehmen werden, ist zumindest ein Stammkunde schon jetzt sicher. „Wir werden in den ersten Jahren damit sicher nicht das große Geld verdienen können, aber möchten dennoch im Markt der Zukunft präsent sein“, so Reiner Ropohl, Vertriebs-Vorstand bei der Westfalen AG.

Die Investitionskosten für den Energieversorger sind hoch. Rund drei Millionen Euro kostet das Pilotprojekt, genauso viel wie nebenan die komplette Tankstelle mit Shop, Waschanlage und Bistro. Aber es ist für den Vorstand „eine Investition in die Zukunft“. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen haben eine deutlich größere Reichweite als aktuell verfügbare Elektroautos. Auch die teuren und schnell erschöpften Batterien fallen weg. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf statt giftiger Stickoxide. Fahrgeräusche entstehen kaum. „Wird das Tankstellennetz dichter, steigt auch die Akzeptanz für die Wasserstoffautos. Und die Firmen bringen mehr Autos zu günstigeren Preisen auf den Markt“, glaubt Ropohl.

Sicherheitstechnisch gibt es laut Kuhlmann keine Bedenken. Trotzdem wurde rund um die Behälter ein Anfahrtschutz aus Stahlbeton gegossen, um jedes Unfallrisiko auszuschließen. Am 5. Oktober nimmt der TÜV die Tankstelle ab, dann kann sie in Betrieb gehen.

Offiziell eingeweiht wird Westfalens erste Wasserstofftankstelle in Amelsbüren aber erst am 5. Dezember durch NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

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