„Wir mit euch – ihr mit uns“ Schulprojekt zur Integration

Münster -

Kein anderes Thema bewegt die Öffentlichkeit so stark wie die Flüchtlingsfrage. Begegnung, Austausch und Information können entscheidend dazu beitragen, bestehende Ressentiments abzubauen. Das Schul- und Bildungsprojekt „wir mit euch – ihr mit uns“ will dazu beitragen.

Von Maria Conlan
Die Projektleiter (v.l.) Norbert Siebers, Marion Kahn, Gerd Felder und Jochen Kriegeskorte sind auf die Ergebnisse gespannt.
Die Projektleiter (v.l.) Norbert Siebers, Marion Kahn, Gerd Felder und Jochen Kriegeskorte sind auf die Ergebnisse gespannt. Foto: con

„Zuwanderung als Chance zu begreifen, lässt sich nicht verordnen“, weiß der Journalist und Diplom-Theologe Gerd Felder . Integration ist kein Schulfach in unseren Schulen, doch in den nächsten drei Monaten beschäftigen sich 350 Münsteraner fächerübergreifend in neun Schulen (Haupt-, Real-, Gesamtschule, Gymnasium und Berufskolleg) damit.

„Wir mit euch – ihr mit uns“ heißt das Pilot-Projekt vom „Team Zirkel“, das Felder zusammen mit der Diakonie Münster ins Leben gerufen hat. Schüler von der 7. bis 12. Klasse nehmen mit Migranten Kontakt auf, aber auch mit Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen arbeiten. Thematisiert wird Integration als beiderseitiger Prozess. Statt Zahlen und Fakten stehen der Mensch und seine Geschichte im Vordergrund. Die Jugendlichen werden Texte, Bilder, Fotos gestalten, vielleicht auch Theaterszenen und Songs. Begegnungen gebe es nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch in der Flüchtlingsunterkunft oder beim Behördengang.

Das Projekt möchte Vorurteile abbauen und einen respektvollen Umgang miteinander fördern, eine „Herzensangelegenheit“, wie Marion Kahn von der Diakonie betont. Die Diakonie blickt auf mehr als 25 Jahre Engagement auf diesem Gebiet zurück, beratend und mit konkreten Hilfen unterstützend; aktuell gibt es in Handorf fünf Flüchtlingseinrichtungen. Jochen Kriegeskorte engagiert sich als Bereichsleiter für Flüchtlingsunterkünfte ebenso bei dem Projekt wie Norbert Siebers, der sich als Bereichsleiter um unbegleitete minderjährige Ausländer in Münster kümmert. Konkret sind dies 43 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren.

Es werde nicht nur die aktuelle politische Situation beleuchtet, sondern auch Kultur, Dialog der Religionen und historische Fluchterfahrungen ( Zweiter Weltkrieg , DDR). Wenn Schüler und ihr Umfeld nachdenklicher und sensibler für das Themenfeld Zuwanderung geworden sind, sei das Projekt gelungen. „Wir müssen aus der Gleichgültigkeit herauskommen“, mahnt Gerd Felder.

Zum Projektabschluss werden im Dezember die Ergebnisse präsentiert und anschließend im Frühjahr als Buch zusammengefasst.

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