Westfalia sagt Vandalismus den Kampf an Vandalismus bei Westfalia

Münster-Kinderhaus -

Es war eine Brandrede, die Vorsitzender Waldemar Wieczorek hielt. Bei der Jahreshauptversammlung von Westfalia Kinderhaus wurde Tacheles geredet. Schonungslos zählte Wieczorek auf, was schon lange viele Mitglieder aufregt. „Wir haben vereinseigenen Vandalismus“, erklärte der Vorsitzende, der auch nicht mehr ausschloss, betreffende Mitglieder aus dem Verein auszuschließen.

Von Siegmund Natschke
Der neue Vorstand von Westfalia Kinderhaus steht vor einem Vereinsjahr mit Herausforderungen (v.l.): Finanzwart Heinz Budde, Magnus Hömberg (2. Vorsitzender), Volker Kühl (2. Vorsitzender), Vorsitzender Waldemar Wieczorek, Öffentlichkeitsbeauftragter Dirk Hofschulte und Philipp Karnebeck (Jugendausschuss)
Der neue Vorstand von Westfalia Kinderhaus steht vor einem Vereinsjahr mit Herausforderungen (v.l.): Finanzwart Heinz Budde, Magnus Hömberg (2. Vorsitzender), Volker Kühl (2. Vorsitzender), Vorsitzender Waldemar Wieczorek, Öffentlichkeitsbeauftragter Dirk Hofschulte und Philipp Karnebeck (Jugendausschuss) Foto: sn

Westfalia-Mitglied kann man über viele Jahrzehnte sein, wie das Beispiel von Heinrich Berkenkötter beweist. Er ist seit 70 Jahren im Verein und erinnert sich nach seinen eigenen Worten noch an die Zeiten nach dem Krieg, als Löcher im Fußballnetz noch mit Stacheldraht geflickt worden seien.

Inzwischen gibt es die moderne Sportanlage am Bernd-Feldhaus-Platz. „Wir waren zu gutgläubig“, hieß es während der Jahreshauptversammlung aus den Vorstandsreihen. „Einige Mitglieder gehen mit der Anlage wie die Axt im Walde um“, so Wieczorek .

„Abends wird Stimmung gemacht“, so der Vorsitzende. Das betreffe die Sportplätze und die Umkleidekabinen. Auch Alkohol sei mit im Spiel. Die Sportplätze würden zum Treffpunkt, es seien so viele Menschen da wie sonst bei einem Spiel aus einer höheren Liga. Tagsüber würden Eltern ihre Kinder mit dem Mountainbike auf dem Kunstrasenplatz fahren lassen. Dabei gebe es einen anspruchsvollen Pflegeplan der Stadt Münster , den der Verein einhalten müsse.

„Schaut nicht weg, sondern genau hin“, plädierte Wieczorek. Viele weitere Vergehen mehr zählte er noch auf, so auch den eigenmächtigen Austausch von Schlössern, den keiner erklären könne.

Der Vorsitzende will nun gegen Vandalismus vorgehen. Nicht nur durch Vereinsausschluss, sondern auch mittels Strafanzeigen gegen Hausfriedensbruch.

Auch finanziell steht der Verein vor einer Bewährungsprobe. „Die Zahlen sind nicht zum Jubeln, aber sie sind auch kein Grund zur Panik“, meinte der Vorsitzende.

Finanzwart Heinz Budde stellte allerdings auch für die kommende Jahreshauptversammlung Beitragserhöhungen in Aussicht. „Wir rechnen im nächsten Jahr mit einem negativen Ergebnis“, sagte er. Ein fünfstelliger Fehlbetrag werde es voraussichtlich sein. Dennoch bleibe der Verein liquide.

Eine überraschende Personalie gab es ebenso. Ingo Hennemann, im Vorstand als zweiter Vorsitzender aktiv, trat nicht wieder an: „Zehn Jahre sind genug. Ich mache eine Pause.“ Wieczorek lobte die Verdienste von Ingo Hennemann, insbesondere für die neue Sportanlage: „Danke für alles. Das war klasse.“

Bei den Vorstandswahlen bestätigten die Mitglieder den Vorsitzenden im Amt ebenso wie Volker Kühl, einen der beiden zweiten Vorsitzenden.

Hennemanns Amt wird Magnus Hömberg übernehmen. Dessen Funktion als Geschäftsführer nimmt Wolfgang Welling wahr. Finanzwart bleibt Heinz Budde. Neu im Vorstand ist Dirk Hofschulte als Öffentlichkeitsbeauftragter.

Beisitzer sind Ingo Hennemann, Stefan Deitmer, Reinhard Klimek, Peter Bohn und Bernhard Tebel.

Geehrt wurden Daniel ­Vaegs, Stephan Deitmer, Fabian Wostry, Sven Schlüter (20 Jahre Mitgliedschaft), Andreas Kintrup, Roland Schräder, Peter Grosse, Stephan Grosse, Ulrich Schlichter (40 Jahre), Horst Kisnat (50 Jahre), Theo Renvert (60 Jahre) und Heinrich Berkenkötter (70 Jahre).

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