Triumphale Rückkehr Daniel Hopes in die Bagno-Konzertgalerie Ein Star und drei Ebenbürtige

Steinfurt -

Spätestens auf dem Rückweg durch den Steinfurter Wald nach dem Konzert von Wu Han (Klavier), David Finckel (Cello), Paul Neubauer (Viola) und Daniel Hope (Violine) gab es keine Zweifel mehr: Das war eine höchst aufgeladene Mischung aus konzentrierter Unaufgeregtheit und atemraubender Professionalität.

Von unseremMitarbeiterMartin Fahlbusch
Daniel Hope (l.)  mit Paul Neubauer (Viola), Wu Han (Klavier) und David Finckel (Cello).
Daniel Hope (l.)  mit Paul Neubauer (Viola), Wu Han (Klavier) und David Finckel (Cello). Foto: Martin Fahlbusch

Und egal, ob bei Gustav Mahler klangmalerischem Quartett-Fragment oder in den Werken von Robert Schumann oder Johannes Brahms: Der charmante Violin-Weltstar musste nicht die erste Geige spielen. Daniel Hope überzeugte vielmehr im perfekten musikalischen Dialog mit Ebenbürtigen und kehrte in die BagnoKonzertgalerie als Kammermusiker von hohen Graden zurück. So erinnerte er an seine denkwürdigen Auftritte als Mitglied des Beaux-Arts-Trios.

Der Pianistin Wu Han gelang es wundervoll, den markanten Klang des kleinen Steinway-Flügels zu bändigen. Das erkaufte sie sich aber nicht etwa mit Unauffälligkeit, sondern sie entpuppte sich als idealer Konterpart zu den Streichern, setzte spieltechnische und musikalische Akzente. Die drei Streicher wiederum legten vor allem bei Schumanns Es-Dur-Quartett op. 62 derart los, dass man in den ersten Zuhörer-Reihen um die Frisuren bangen musste. Die schier nicht enden wollende Laufbewegung im zweiten Satz absolvierten die Musiker einfach perfekt. Nach diesem Satz musste auch das Publikum tief Luft holen. Dass Schumann allen Farbmöglichkeiten dieser Besetzung immer neue Facetten abgewinnt, zeigten die Folgesätze wunderbar. David Finckel ließ sein Cello im Andante cantabile regelrecht schwelgen – ohne die kleinste Spur von Süßlichkeit.

Nach der Pause baute sich die Wucht von Brahms Quartett g-moll op. 47 ganz allmählich auf. Die beiden hohen Streichinstrumente gingen – wie den gesamten Abend über – eine charaktervolle Symbiose ein, bei der die Viola nicht nur die Violine stützte, sondern ihre überzeugende klangliche Eigenständigkeit betonte.

Ach ja – im vierten Satz des Brahms-Oeuvres, einem Rondo alla zingarese, dann die nun kaum überraschende Erkenntnis, dass in diesem Daniel Hope eben doch ein Teufelsgeiger steckt.

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