Vollsperrung bis Ende Oktober Ortsumgehung Wolbeck: Zwei Jahre alte Brücke muss schon saniert werden

Münster-Wolbeck -

Öffentliche Großprojekte werden häufig teurer, später fertig und wenn sie endlich fertig sind – dann finden sich oft Mängel ohne Ende. Regelmäßig ist das auch bei kleineren Projekten so. Gilt das alles auch für die Ortsumgehung Wolbeck? Eine neue Vollsperrung sorgt für Diskussionsstoff.

Von Markus Lütkemeyer
Die Betonbeschichtung unter dem Asphalt ist mangelhaft. Die Sanierung gestaltet sich aufwendig, die Kreisstraße K36 bleibt für sechs Wochen gesperrt. Ähnliche Probleme gibt es auf dem Asphalt im Norden der Wolbecker Umgehungsstraße.
Die Betonbeschichtung unter dem Asphalt ist mangelhaft. Die Sanierung gestaltet sich aufwendig, die Kreisstraße K36 bleibt für sechs Wochen gesperrt. Ähnliche Probleme gibt es auf dem Asphalt im Norden der Wolbecker Umgehungsstraße. Foto: mlü

Seit Montag ist jetzt die Kreisstraße K36 dicht. Von der Zumbuschstraße aus führt vorerst kein Weg nach Albersloh . Denn die Brücke am Berl ist voll gesperrt bis Ende Oktober. Am vergangenen Montag haben Arbeiter damit begonnen, die Asphaltschicht im Fahrbereich abzufräsen. Das Problem liegt tiefer: Die Betonbeschichtung unterhalb des Asphalts ist mangelhaft und muss knapp zwei Jahre nach Fertigstellung der Ortsumgehung saniert werden.

Umleitung über Hiltruper Straße

Die Brücke am Berl wird für die Dauer von rund sechs Wochen für den Verkehr gesperrt. Der Kraftverkehr wird über die Hiltruper Straße umgeleitet, Radfahrer und Fußgänger können die Brücke während der gesamten Zeit weiter überqueren, weil nur der Fahrbahnbereich von den Bauarbeiten betroffen ist. Umleitungsschilder stehen bereits an der Einfahrt zur Zumbuschstraße und nördlich von Albersloh an der Straße Rummler.

Nächste Vollsperrung schon in Sicht

Ein ganz ähnliches Problem gibt es am nördlichen Ende der Ortsumgehung. Die Fahrbahn liegt in Wellen. Der Mangel wurde bereits während der Bauphase bemerkt, doch um die Fertigstellung der Ortsumgehung nicht weiter zu verzögern, wurde die Straße trotzdem für den Verkehr freigegeben. Weil sich aber die Wellen, anders als erhofft, nicht mit der Zeit von selbst gesetzt haben, steht vermutlich eine weitere Vollsperrung an. Die Arbeiten dürften ähnlich aufwendig sein wie am jetzt am Berl. Die Zeche soll das verantwortliche Bauunternehmen zahlen, womöglich kommt es zum Rechtsstreit. Der aktuelle Stand: „Wir warten noch auf eine Stellungnahme der Firma“, erläutert der Landesbetrieb Straßen NRW.

Mehr zur Umgehungsstraße

Im Dezember 2014 ist die Wolbecker Umgehungsstraße eröffnet worden.

Viele weitere Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Special: Die Wolbecker Ortsumgehung von A bis Z

28 statt 12,5 Millionen Euro

Nach dem ersten Spatenstich am 30. April 2009 ging man zunächst von einer etwa dreijährigen Bauphase aus. Es wurden mehr als viereinhalb Jahre – besonders eine Panne hat den Zeitplan damals durcheinandergeworfen: Bei der Ortsumgehung wurde zunächst minderwertige Erde als Baugrund eingebaut – Steine, Kabelreste, teerhaltige Bauabfälle. Eine Stichprobe förderte das Problem zutage. 5000 Kubikmeter Erde mussten ausgetauscht werden. Statt 12,5 Millionen Euro hat das lang ersehnte Straßenprojekt fast 28 Millionen Euro gekostet.

Am Berl steht die Sache allerdings fest: „Die aktuelle Baumaßnahme ist ein Gewährleistungsschaden“, bestätigt der Landesbetrieb. Das Bauunternehmen muss auf eigene Rechnung nachbessern, der Steuerzahler bleibt außen vor.

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