Ein Hintertürchen bleibt offen Stadtdirektor Hartwig Schultheiß scheidet Ende Oktober aus dem Amt

Münster -

Wenige Wochen vor dem Ausscheiden aus dem Amt lässt Stadtdirektor Hartwig Schultheiß seine berufliche Zukunft offen. Erst ab November würden sich sukzessive neue Tätigkeitsfelder entwickeln, sagt der Planungsdezernent, der am 31. Oktober geht. Der Rat wird Mitte November den Nachfolger von Schultheiß wählen.

Von Ralf Repöhler
Hartwig Schultheiß lässt seine berufliche Zukunft nach dem Ausscheiden aus dem Amt offen.
Hartwig Schultheiß lässt seine berufliche Zukunft nach dem Ausscheiden aus dem Amt offen. Foto: bn

Wer Hartwig Schultheiß kennt, hätte nichts anderes von ihm erwartet: Mit Leidenschaft und Engagement vertritt der scheidende Stadtdirektor nach wie vor Münsters Ziele – und das bis zum letzten Arbeitstag. Dieser lässt indessen nicht mehr allzu lange auf sich warten. Am 31. Oktober scheidet Schultheiß als Stadtdirektor und Planungsdezernent aus dem Amt und damit aus dem öffentlichen Dienst au s.

So hatte es eine bunte Ratsmehrheit gewollt, die vor wenigen Wochen entschieden hatte, die Beigeordneten-Stelle auszuschreiben. Eine Wiederwahl von Schultheiß ( CDU ) als Stadtdirektor und Planungsdezernent war im schwarz-grünen Mehrheitsbündnis für die CDU nicht durchsetzbar.

Bei seinen beruflichen Zukunftsplänen lässt sich Schultheiß nicht in die Karten schauen. Er verweist auf seine Arbeit als Stadtdirektor und Planungsdezernent, um die er sich in vollem Umfang kümmere. Erst ab November würden sich sukzessive neue Tätigkeitsfelder entwickeln, so Schultheiß am Montag.

CDU und Grüne hatte in ihrem Koalitionsvertrag sogar schriftlich fixiert, „ihm eine neue Verwendung im Konzern Stadt anzutragen“. Die im politischen Raum diskutierte Variante, die Wohn- und Stadtbau GmbH und mit der Westfälischen Bauindustrie (WBI) zusammenzulegen und Schultheiß zu einem der angestellten Geschäftsführer zu machen, scheint jedoch aus vielerlei Gründen vom Tisch zu sein. Dabei überwiegen politische Überlegungen, aber auch versorgungsrechtliche für Schultheiß selbst, der zweimal in Münster und einmal in Erkelenz zum Beigeordneten gewählt worden war.

Schultheiß scheint seine berufliche Zukunft im privatrechtlichen Rahmen zu sehen. Im Städte- und Gemeindebund und vor allem in Kreisen von Stadtplanern und Architekten genießt er ein fachlich hohes Ansehen. Dazu ist er außerordentlich gut vernetzt, was ebenfalls für eine Beratertätigkeit sprechen könnte.

Ob eine Zusammenarbeit auf dieser Ebene nach dem Ausscheiden aus dem Amt auch mit der Stadt Münster möglich ist, soll für die Zukunft ausgelotet werden, ist zu hören. Vor allem der CDU und dem Oberbürgermeister sei daran gelegen, das Fachwissen von Schultheiß in wichtigen Zukunftsfragen weiterhin zu nutzen. so wie es im Koalitionsvertrag mit den Grünen formuliert ist. Dabei geht es vor allem um die Kernfrage, wie die Infrastruktur Münsters nachgerüstet werden kann, um der boomenden Stadt gerecht zu werden. Hier spielt die Konversion der Kasernen eine zentrale Rolle, aber auch die Suche nach verkehrstechnischen Verbesserungen.

Große Aufgabenfelder, mit denen sich vor allem auch der Nachfolger von Schultheiß zu beschäftigen hat. Der Rat soll in seiner Sitzung am 16. November über den neuen Planungsdezernenten entscheiden. Ein Personalunternehmen hat die Stelle ausgeschrieben, in dieser Woche finden erste Abstimmungsgespräche statt. Die Zahl der Top-Bewerbungen soll sich in Grenzen halten.

Ebenfalls am 16. November wird über den neuen Stadtdirektor entschieden. Bildungsdezernent Thomas Paal (CDU) soll hier Nachfolger von Schultheiß werden.

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