Hanna Meyerholz Neues Album – neue Perspektiven

Münster -

Im Oktober erscheint das zweite Album von Sängerin und Songwriterin Hanna Meyerholz. Eigentlich ist alles vorbereitet, aber für die Finanzierung hat sich die 27-Jährige jetzt etwas Besonderes ausgedacht.

Von Carsten Vogel
Hanna Meyerholz wie man sie kennt: Die Sängerin und Songwriterin möchte jetzt ihr zweites Album veröffentlichen und hat deshalb eine Crowdfunding-Aktion gestartet.
Hanna Meyerholz wie man sie kennt: Die Sängerin und Songwriterin möchte jetzt ihr zweites Album veröffentlichen und hat deshalb eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Foto: Yannick Kroll

Das Tohuwabohu der Pinselstriche auf dem Album-Cover deutet auf Zweierlei hin. Zum einen das ziellose Mäandern, das sich im Titeltrack „Going Nowhere“ ausdrückt, und zum anderen eine melancholische Grundtonierung, die sich in der Musik von Hanna Meyerholz niederschlägt. Schwarz-weiße Linien, Farbsprengsel, als habe jemand einen Teil eines Jackson-Pollock-Bildes auf ein Kopiergerät gelegt. Kunstvoll und schön.

Damit auch die Fans und Freunde von Hanna Meyerholz in den Genuss dieses Albums kommen, aber es nicht nur hören, sondern auch sehen und in der Hand halten können, hat die 27-Jährige jetzt eine Crowdfunding-Aktion bei der Plattform Startnext gestartet. Zweieinhalb Jahre sind seit dem Debüt der Münsteranerin vergangen. Natürlich spürt man, dass hier jemand gerade beim Songwriting sicherer und vor allem zielstrebiger geworden ist.

Die Stimme als Trumpf

Wie bereits beim ersten Longplayer sind die Arrangements mit Phil Wood entstanden, der sie auch mit Gitarre, Percussions und Vocalharmonien begleitet. Musikalisch bleiben sich die beiden treu: „Es ist nicht so, dass mit dem zweiten Album alles neu ist und sich verändert hätte“, sagt Hanna Meyerholz. Doch weicht der Anspruch auf Perfektion diesmal auch dem etwas Skizzierten, Unfertigen und Brüchigen.

Zum Thema

Release-Party: 7. Oktober, 21 Uhr, Hot Jazz Club, Hafenweg 26b.

Mehr als Gitarre, Percussions und Piano hört man auf dem Album kaum. Es ist das Eingespieltsein des Duos Meyerholz und Wood, das dafür sorgt, dass die Songs trotz ihrer kargen Instrumentierung wunderbar warm und vertraut klingen. Während die meisten Songs aus der eigenen Perspektive erzählen, versucht die Sängerin auch andere Facetten.

„Going Nowhere” verschiebt die Sichtweise auf das Gegenüber, und „Fisherman” erzählt die Geschichte eines Seemanns, der Streichhölzer verkauft. „Das Objekt, das man betrachtet, bleibt dasselbe, doch die Perspektive verändert sich“, sagt Meyerholz über die unterschiedliche Herangehensweise. 

Die große Kunst der Folksängerin ist es, trotz aller Melancholie nie schwermütig oder – schlimmer noch – kitschig zu wirken. Der Trumpf, den Meyerholz immer ausspielen kann, ist ihre warme und farbenreiche Stimme: gereift, kraftvoll und dennoch dezent.

Crowdfunding

2014 erschien das Debütalbum „How to Swim“ auf dem Indie-Label „Skycap Records“. Der Nachfolger „Going Nowhere“ soll nun auch veröffentlicht werden. Deshalb hat Hanna Meyerholz eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Ziel ist es, dass es die Songs dann auch auf CD gibt. Dazu ist es nötig, dass das Songwriter-Duo knapp 8000 Euro sammelt für die Finanzierung der CD-Produktionskosten und für das sogenannte Mastering. Auch für das Cover-Layout: ein Booklet mit allen Texten, Selbstgemachtem und Gemaltem.

Crowdfunding ist eine Möglichkeit für Künstler in der Musikbranche, Projekte dieser Art finanzieren zu können, weil aufgrund der digitalen Verbreitung die Produktion physischer Tonträger weniger wird. Mithilfe von Crowdfunding-Plattformen ist so die direkte Unterstützung durch Freunde und Fans möglich.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4316572?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F