Langjähriger Geschäftsführer Willi Niemann: Unfreiwilliger Abschied vom Mühlenhof

Münster -

Selbst langjährigen Freunden des Mühlenhofs fällt es schwer, sich an einen anderen Geschäftsführer zu erinnern als Willi Niemann. Doch dieses Kapitel des Freilichtmuseums ist geschlossen. Wie zu hören ist, hat sich der Vorstand des Trägervereins von Niemann im Streit getrennt.

Von Lukas Speckmann
Willi Niemann arbeitet nicht mehr im Mühlenhof.
Willi Niemann arbeitet nicht mehr im Mühlenhof. Foto: ohw

Noch am 12. Januar wurde Willi Niemann in seinem Mühlenhof gefeiert: Die „Fidelen Bierkutscher“ ernannten den langjährigen Geschäftsführer des Freilichtmuseums zum „Ehrenbierkutscher“. Wenige Tage später gab es einen tiefen und schwerwiegenden Einschnitt in Niemanns Karriere: Er ist nicht mehr als Geschäftsführer des Mühlenhofs tätig. Nach Auskunft des Geschäftszimmers hat der erste „Baas“ (Vorsitzende) des Trägervereins „De Bockwindmüel“, Georg Berding , selbst die Geschäftsführung übernommen.

„Aufgrund unüberbrückbarer Differenzen hat der Gesamtvorstand des Mühlenhofs beschlossen, Herrn Niemann freizustellen“, erklärt Berding auf Anfrage unserer Zeitung. Mehr könne er nicht sagen, weil eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung zu erwarten sei. Die Vereinsmitglieder sollen in Kürze schriftlich informiert werden.

Hinter den Kulissen ist zu hören, dass die Trennung im Streit erfolgte: Niemann und weitere, zum Teil langjährige Mitarbeiter sollen fristlos entlassen worden sein. Die Rede ist von einem Zerwürfnis als Folge zwischenmenschlicher Störungen zwischen Niemann und der Vorstandsspitze um Georg Berding und Hans Rath. Auch Hausverbote sollen ausgesprochen worden sein.

Die finanzielle Situation des Mühlenhofs war in der letzten Zeit, wie berichtet, angespannt. Vor einem Jahr sprach Willi Niemann von einer „sehr schwierigen Situation“, als das Freilichtmuseum auch wegen sinkender Besucherzahlen einen Verlust von 50 000 Euro bilanzieren musste. Seitdem soll sich die Finanzlage nicht entspannt haben.

Willi Niemann gehört zu den Urgesteinen des Mühlenhofs, für den er seit den Tagen des Gründers Theo Breider tätig war. Der Trägerverein „De Bockwindmüel“ ist nach jener Bockwindmühle benannt, deren Aufstellung 1961 den Beginn des kleinen Freilichtmuseums am Aasee markierte: Rund 30 historische Gebäude vermitteln dort ein Bild vom bäuerlichen Leben der vergangenen vier Jahrhunderte.

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