Teilnehmerrekord bei Sternsingern Hunderter-Marke ist geknackt

Metelen -

133 Kinder ziehen am Freitag und Samstag durch Metelen – um Spenden für die zu sammeln, die weniger haben. So viele Teilnehmer wie in diesem Jahr hat es bei der Sternsinger-Aktion in der Vechtegemeinde noch nie gegeben.

Von Heidrun Riese
Ziehen als Sternsinger durch die Straßen: (hinten v.l.) Sophia Wilming, Jana-Magdalena Krain, Finja und Hanna Lewing sowie (vorne v.l.) Ricarda Wilming und Jascha Krain.
Ziehen als Sternsinger durch die Straßen: (hinten v.l.) Sophia Wilming, Jana-Magdalena Krain, Finja und Hanna Lewing sowie (vorne v.l.) Ricarda Wilming und Jascha Krain. Foto: Heidrun Riese

Ruth Bentler kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. So viele Sternsinger wie an diesem Wochenende hat es in Metelen noch nicht gegeben. „Ich bin jetzt seit knapp 15 Jahren hier, und in dieser Zeit sind wir nie über 100 Kinder gekommen“, berichtet die Pastoralreferentin der katholischen Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus, die zusammen mit Gaby Kriens die Sternsinger-Aktion auf die Beine stellt. Ganze 133 Kinder zwischen vier und 14 Jahren ziehen am Freitag und Samstag durch die Vechtegemeinde. „Ich bin begeistert“, freut sich Bentler über das große Interesse.

Wieso die Zahl der Teilnehmer so sehr in die Höhe geschossen ist? Die beiden Organisatorinnen können nur Vermutungen anstellen. Es wurde – wie immer – Werbung in den dritten Klassen der St.-Vitus-Grundschule gemacht. Erstmals zeigte Bentler in diesem Rahmen den offiziellen Film zur Aktion, in dem der durch die Fernsehsendung „Willi will‘s wissen“ bekannte Willi Weitzel eines der Länder vorstellt, die vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt werden. Der Reporter ist nach Indien gereist und zeigt, wie es den jungen Menschen dort geht. Kinderarbeit ist ein zentrales Thema. Und er zeigt, was die von den Sternsingern gesammelten Spenden bewirken können. Bentler hat starke Reaktionen bei den Drittklässlern beobachtet: „Der Film hat die Kinder aufgerüttelt, er hat sie sprachlos gemacht.“

Außerdem, ergänzt Kriens, sei über die sozialen Netzwerke auf die Sternsinger-Aktion aufmerksam gemacht worden. „Und über persönliche Ansprache.“ WhatsApp sei dabei ein wichtiges Forum. In bestehenden Gruppen – unter anderem in der, in der sich die Kommunion-Katecheten untereinander austauschen – wurde zum Mitmachen aufgerufen.

So kamen also 133 Kinder zusammen. Sie nahmen am üblichen Vortreffen teil, bei dem die von Annette Mensing genähten und verwalteten Gewänder sowie die Spendendosen ausgegeben wurden. Aber auch per E-Mail war es zum ersten Mal möglich, seinen Namen auf die Liste setzen zu lassen und einen Wunschbezirk zu nennen.

Und noch etwas ist neu: Bisher spielte sich das Geschehen vor allem am Samstag ab. Der Freitag wurde vor allem dazu genutzt, an Türen zu klingeln, die am Wochenende verschlossen bleiben. „Bei den Banken, im Rathaus, in den Kindergärten, bei Ärzten . . .“, zählt Bentler auf. Seit diesem Jahr werden bereits erste Straßenzüge abgeklappert. Naheliegend, bei der erhöhten Personalstärke am Freitag. Rund 50 Kinder sind in 13 Gruppen unterwegs. Am Samstag gehen gut 80 Sternsinger in 22 Gruppen von Tür zu Tür. Bei so vielen sammelfreudigen Teilnehmern gibt es nur wenige Straßen, die zu Beginn der Aktion noch nicht vergeben sind. „Es haben sich aber schon Kinder gemeldet, die das gerne übernehmen wollen“, berichtet die Pastoralreferentin von besonders fleißigen Teilnehmern, die sich zum Auftakt der am Freitagmorgen direkt zu einer Extra-Runde bereit erklären. „Wir hoffen, dass wir alle Straßen besetzt bekommen.“

Dass sich die Anwohner darüber freuen würden, daran besteht für Bentler kein Zweifel. Sie weiß: „Den Metelenern ist wichtig, dass die Sternsinger kommen.“ Dass die Kinder abgewiesen würden und mit leeren Händen gehen müssten, komme ganz selten vor.

In der Regel gibt es ein Lächeln, eine Spende – und Süßigkeiten. Die dürfen die Sternsinger mit nach Hause nehmen. Oder in die Sammelbox für die Ochtruper Tafel werfen, die im Pfarrzentrum Oase aufgestellt ist. „Das ist aber keine Pflicht“, betont Bentler. Schließlich sollen die Kinder für ihren Einsatz auch eine Belohnung bekommen.

Für eine kräftige Stärkung zwischendurch sorgen Mathilde Möllers und Mathilde Joost, die am Samstag kochen und bei der Ausgabe von Messdienern unterstützt werden. „Nudeln mit Bolognese-Soße, das ist das Standard-Gericht“, verrät Bentler. Das soll es im kommenden Jahr dann auch am Freitag geben, schließlich sind die Kinder lange unterwegs. Diesmal werden sie von engagierten Eltern versorgt. Bei der Sternsinger-Aktion in Metelen gibt es eben nicht nur viele Teilnehmer, sondern auch viele Helfer.

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