Zwei Nachfolger für Udo Nobis Der Musiker und die Küsterin

Metelen -

Udo Nobis hat die Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus zum Jahreswechsel verlassen. Jetzt wurden zwei Nachfolger vorgestellt, die sich die Aufgaben teilen: Sergey Myasoedov ist der neue Kirchenmusiker, Hildegard Lanvermann die neue Küsterin.

Von Heidrun Riese
Die Orgel in der Metelener Pfarrkirche spielt Sergey Myasoedov (Foto) seit Neujahr, er hat auch die Leitung der Chöre übernommen. Als neue Küsterin fungiert Hildegard Lanvermann.
Die Orgel in der Metelener Pfarrkirche spielt Sergey Myasoedov (Foto) seit Neujahr, er hat auch die Leitung der Chöre übernommen. Als neue Küsterin fungiert Hildegard Lanvermann. Foto: Heidrun Riese

Udo Nobis hatte viele Aufgaben in der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus. Nach seinem Wechsel nach Reken wurden diese nun aufgeteilt: Sergey Myasoedov heißt der neue Kirchenmusiker und Hildegard Lanvermann fungiert als Küsterin. Mit Beginn des neuen Jahres haben beide ihren Dienst aufgenommen.

Für den gebürtigen Moskauer war es ein fliegender Wechsel an der Orgel. „An Silvester habe ich noch in Gelsenkirchen gespielt, an Neujahr dann in Metelen“, berichtet der 56-Jährige, der seine musikalische Laufbahn in seiner russischen Heimat begann. Nach dem Studium der Chor- und Orchesterleitung führte er von 1989 bis 1997 das Bach-Zentrum Moskau. Um sich seinen Wunsch, Orgelmusik zu machen, zu erfüllen, zog es Myasoedov schließlich nach Deutschland. „In der orthodoxen Kirche gibt es überhaupt keine Instrumente“, erklärt er, „nur menschliche Stimmen.“ 2002 ging es also nach Gelsenkirchen, wo der Bruder, ein Opernsänger, bereits seit einigen Jahren lebte. Myasoedov lernte zunächst die deutsche Sprache und bildete sich als Gaststudent der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Herford weiter. 2005 trat er eine Stelle als Kantor einer evangelischen Kirchengemeinde in Gelsenkirchen an, wo er vor wenigen Tagen zuletzt seine Finger über die Tasten huschen ließ.

Nun ist Myasoedov in Metelen, wo er mit offenen Armen empfangen wurde. „Kirchenmusiker sind rar, wir sind froh über den nahtlosen Übergang“, zeigt sich auch Pfarrer Thomas Stapper erfreut. „Wir sind dankbar, dass es so schnell mit der Neubesetzung geklappt hat.“ In der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus hat der neue Kirchenmusiker eine 34-Stunden-Woche. Er ist nicht nur zuständig für das Orgelspiel in allen Gottesdiensten und bei allen Kasualien (Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen . . .), sondern leitet auch die vier Chöre: Kinder- und Teeniechor sowie Cantemus und Kirchenchor.

Derzeit lebt Myasoedov mit seiner Frau und den beiden jüngsten seiner fünf Kinder in Gelsenkirchen. Für den Sommer ist der Umzug geplant, nach Metelen oder die nähere Umgebung. Damit erfüllt sich der 56-Jährige einen weiteren Wunsch. „Ich komme zwar aus der Großstadt, aber in kleineren Orten gefällt es mir besser“, verrät er.

Seine neue Kollegin ist mit dem Leben in der Vechtegemeinde bereits bestens vertraut. Lanvermann stammt aus Metelen und ist auch mit der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus verbunden. „Ich war im Vorstand der Frauengemeinschaft und ein paar Jahre lang Kochfrau der Messdiener“, berichtet sie. Auch ihr neuer Job ist der 54-Jährigen nicht fremd. Gemeinsam mit Christa Göbel war sie rund fünf Jahre lang für die Vertretung ihres Vorgängers zuständig. Vieles kennt die Ehefrau und zweifache Mutter daher schon. „Ich mache aber noch einen offiziellen Küster-Kursus“, kündigt sie an und freut sich auf vielfältige Aufgaben in ihren 23-Stunden-Wochen. Dazu gehören zum Beispiel die Bedienung von Lichtanlage und Glockensteuerung oder die Pflege der Gewänder. Auch um das Schmücken der Kirche, passend zur Jahreszeit, kümmert sich Lanvermann, in deren Bereich alle möglichen Hausmeistertätigkeiten fallen. Wenn eine Birne ausgewechselt oder wenn, wie jetzt, eine Firma beauftragt werden muss, um die Automatiktür zu reparieren. „Wie es hinter den Kulissen zugeht, finde ich sehr interessant“, sagt die Metelenerin. Neben der vielen Abwechslung gefällt ihr noch eine Sache besonders gut, nämlich der Kontakt zu Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Stapper bestätigt: „Das ist eine sehr umfangreiche, aber auch erfüllende Aufgabe.“

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