Gastronomie Endlich Zeit für den BVB

Metelen -

Einen Tag vor dem Fest hieß es endgültig Abschied nehmen von der Gaststätte Elling. Josef „Jupp“ Elling hatte Stammgäste, Nachbarn und die Vertreter der Vereine nochmals zu einer gemütlichen Runde in den Saal des Hauses eingeladen. Auch der Nikolaus schaute vorbei. 

Von Maximilian Stascheit
Ein halbes Jahrhundert lang hat sich der Kegel- und Kartenclub „Standhafte Bauern“ in der Gaststätte Elling getroffen. Zusammen mit Gastwirt Josef Elling (r.) schwelgten dessen Mitglieder am Samstagabend in Erinnerungen an alte Zeiten.
Ein halbes Jahrhundert lang hat sich der Kegel- und Kartenclub „Standhafte Bauern“ in der Gaststätte Elling getroffen. Zusammen mit Gastwirt Josef Elling (r.) schwelgten dessen Mitglieder am Samstagabend in Erinnerungen an alte Zeiten. Foto: Maximilian Stascheit

Nicht nur bei Josef Elling schwang eine große Portion Wehmut mit, als das wohl größte Kapitel seiner bisherigen Lebensgeschichte am Samstagabend zu Ende geschrieben wurde: Nach 63 Jahren hinter der Theke der Gaststätte drehte er die Schlüssel des Familienbetriebs nun endgültig um. Zahlreiche Stammgäste, Nachbarn, Vereine und Kegelclubs waren zum Abschluss noch einmal gekommen, um sich gebührend von „Jupp“, wie der Wirt von den meisten genannt wird, seinen beiden Schwestern Eleonore und Philomena sowie den zahlreichen Helfern zu verabschieden.

„Ich habe diesen Job immer sehr gerne gemacht, aber jetzt freue ich mich auch auf meinen Ruhestand“, erzählt der 79-Jährige. Als Wirt habe er es immer genossen, über alle Geschehnisse im Ort bestens informiert zu sein. „An der Theke werden einem auch so manche Geheimnisse anvertraut. Davon habe ich aber nie etwas weitergesagt.“

Was er mit der vielen Freizeit jetzt anfangen will? „Ich habe jetzt endlich mal die Gelegenheit, mir ein Fußballspiel von Borussia Dortmund im Stadion anzuschauen. Ich bin großer BVB-Fan, hatte dazu aber noch nie die Gelegenheit“, erzählt er. Das schienen auch einiger seiner Stammgäste gewusst zu haben, denn gleich viermal schenkten die Vereine und Gruppen ihm einen Stadionbesuch – darunter auch ein zehnköpfiger Damenkegelclub. „Die nehmen mich mit“, berichtet er grinsend. „Und ich habe gleich gesagt: Dazu gehört dann aber auch Dosenbier und eine Bratwurst. Das muss einfach sein.“

Gemeinsam schwelgten die Gäste – auf Einladung des Nikolausvereins war auch der heilige Mann höchstpersönlich vorbeigekommen – in Erinnerungen an Kegel- und Stammtischabende, Familien- und Nachbarschaftsfeiern, Hochzeiten oder Geburtstage.

„Wenn etwas gefeiert wurde, dann eigentlich immer bei Elling“, erzählten die Nachbarn Marita und Hermann-Josef Rudde.

Auch der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, zum Abschied auf ein frisch gezapftes Pils vorbeizuschauen. „Dass heute so viele Leute gekommen sind, zeigt wie beliebt Herr Elling als Gastwirt war“, so Georg Krabbe.

Vor allem die außergewöhnliche Gastfreundschaft ihres Wirtes werden die Kunden in Zukunft vermissen. Und was das Haus Elling für sie bedeutet, sangen sie gemeinsam in einem Abschiedsständchen: „Die kleine Kneipe in unserer Straße – dort, wo das Leben noch lebenswert ist.“

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