Licht-Test 2016 Bloß nicht blendend aussehen

Metelen -

Nicht erst, wenn es zappenduster wird, sollten Autofahrer ihre Scheinwerfer prüfen lassen. Seit 60 Jahren gibt es deshalb immer im Oktober den kostenlosen Licht-Test. Warum man den unbedingt durchführen lassen sollte, erklärt der Metelener Kfz-Meister Friedgerd Bunte. 

Von Kristian van Bentem
Eine Frage der Einstellung: Die Beleuchtung sollte regelmäßig überprüft werden. Hier checkt Friedgerd Bunte die vorderen Scheinwerfer eines Autos. Ist alles in Ordnung, gibt es die Plakette für die Windschutzscheibe.
Eine Frage der Einstellung: Die Beleuchtung sollte regelmäßig überprüft werden. Hier checkt Friedgerd Bunte die vorderen Scheinwerfer eines Autos. Ist alles in Ordnung, gibt es die Plakette für die Windschutzscheibe. Foto: Kristian van Bentem

Man muss keine Leuchte zu sein, um das zu begreifen: Wer als Autofahrer gerade zu dieser Jahreszeit mit defektem Licht unterwegs ist, hat düstere Aussichten. Und wer mit falsch eingestellten Scheinwerfern fährt, mag zwar im wahrsten Sinne des Wortes blendend aussehen, wird seinem Gegenüber damit aber ganz sicher nicht imponieren. Damit das nicht passiert, gibt es in diesem Jahr zum 60. Mal im Oktober die deutschlandweiten Licht-Test-Wochen. Zu den vielen Kfz-Wertstätten, die in diesem Monat den kostenlosen Check anbieten, gehört auch das B&S Autoteam in Metelen .

„Rund 30 bis 35 Kunden waren in diesem Oktober schon für den Licht-Test bei uns“, berichtet Geschäftsführer Friedgerd Bunte , der den Check allen Autofahrern nur wärmstens empfehlen kann. Denn wer im „Blindflug“ auf der Straße unterwegs ist, gefährdet sich selbst und andere. Und die Mängelquote ist hoch. „Nur bei rund 20 Prozent der Tests gibt es keinerlei Beanstandungen“, schätzt Bunte aus jahrelanger Erfahrung. „Meistens geht es dabei um defekte Einstellungen des Abblendlichts, das zum Beispiel zu hoch steht und deshalb entgegenkommende Fahrzeuge blendet“, erklärt der Kfz-Meister.

Doch auch Lampen, bei denen der Schein nicht nur trügt, sondern gar nicht mehr existent ist, entdecken Bunte und seine Mitarbeiter immer wieder – vorzugsweise hinten, wo es den Fahrzeugbesitzern nicht unmittelbar auffällt. Allerdings kommt dies inzwischen seltener vor. Viele neuere Autos zeigen defektes Licht per Kontrollleuchte an.

Ist nach dem Test alles okay, gibt es die begehrte Plakette für die Windschutzscheibe. Die vermittelt nicht nur das gute Gefühl, sicher unterwegs zu sein. Sie kann es Autofahrern auch ersparen, bei Schwerpunktkontrollen der Polizei lichtmäßig auf Herz und Nieren geprüft zu werden. „Wenn man die Plakette hat, wird man auch schon mal einfach durchgewinkt“, weiß Bunte aus Erfahrung. Wird man stattdessen mit nicht vorschriftsmäßiger Beleuchtung erwischt, ist ein Bußgeld von mindestens 20 Euro fällig.

Kostenlos ist dagegen der Licht-Test. Zumindest der reine Check, bei dem zunächst alle Lampen ringsherum per Sichtkontrolle auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft und dann die Einstellungen jedes Scheinwerfers vorne mit einem speziellen Gerät gemessen und gegebenenfalls korrigiert werden. „Muss etwas repariert oder ausgewechselt werden, wird das aber berechnet“, betont Bunte. Schließlich habe sich die Technik enorm entwickelt. „Bei neueren Scheinwerfern mit LED-Licht kann man nicht mehr einfach die Glühbirne wechseln. Da muss oft die ganze Einheit ausgebaut oder ausgetauscht werden“, erklärt er. Vor allem bei Hightech-Scheinwerfern mit Funktionen wie Kurvenlicht seien „größere Umbauarbeiten“ erforderlich.

Die Zeiten, in denen jeder einfach in der Tankstelle eine Birne kaufen und selbst Hand anlegen konnte, sind längst vorbei. „Man braucht fast immer Werkzeug, um vorne den Scheinwerfer auszubauen, wenn man sich nicht die Finger brechen will“, sagt Bunte mit einem Schmunzeln und warnt: „Wer die Handgriffe nicht kennt, sollte das auch tunlichst vermeiden, da man sonst auch schnell was an der Technik kaputt machen kann. Und hinten kommt man ohne Aufschrauben zumeist sowieso nicht an die Lampen.“ Wenn er Empfehlungen hört, man solle immer Ersatzglühlampen im Auto haben (so wie es beispielsweise in Frankreich Pflicht ist), kann er deshalb auch nur mit dem Kopf schütteln. „Was will man damit? Es ist für einen Laien fast unmöglich, das unterwegs mal eben auszutauschen“, gibt er zu bedenken.

Weil es aber schon riskant sein kann, mit defektem Licht noch bis zur Werkstatt zu fahren, soll sich das in Zukunft ändern. „Der Gesetzgeber plant, per Verordnung sicherzustellen, dass man Glühlampen wieder leichter selber wechseln kann. Die Hersteller sind angehalten, dafür zu sorgen.“ Man muss dann keine Leuchte mehr sein, damit einem wieder ein Licht aufgeht.

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