Voltigierprojekt für angehende Schulkinder Kinderhände auf Jennas Flanke

Metelen -

Tierischen Spaß hatten die angehenden Schulkinder des DRK-Kindergartens mit Jenna. Sechs Mal besuchten sie die Norwegerstute und ihre Besitzerin Fleur van den Bosch im Rahmen eines Voltigierprojekts auf ihrem Hof.

Von Dorothee Zimmer
Hoppla, jetzt komm ich! Dieser Steppke war begeistert von dem langmütigen Trab des Voltigierpferdes und lief selber munter nebenher. Fleur van den Bosch hat 14 angehende Schulkinder aus dem DRK-Kindergarten dazu gebracht, Vertrauen in das Pferd zu bekommen (kl. Foto).
Hoppla, jetzt komm ich! Dieser Steppke war begeistert von dem langmütigen Trab des Voltigierpferdes und lief selber munter nebenher. Fleur van den Bosch hat 14 angehende Schulkinder aus dem DRK-Kindergarten dazu gebracht, Vertrauen in das Pferd zu bekommen (kl. Foto). Foto: Dorothee Zimmer

Jennas rechte Seite sieht aus wie tätowiert. Bunte Abdrücke von Kinderhänden sind an ihrer Flanke zu sehen. Es war nicht Jennas Idee, sich so zu bemalen. Sie kommt auf solche Gedanken nicht. Sie ist ein Pferd, eine Norwegerstute und neun Jahre alt. Ihre Besitzerin Fleur van den Bosch hat 14 angehende Schulkinder aus dem DRK-Kindergarten dazu ermuntert, die Handflächen mit Fingerfarbe einzureiben und dann auf Jennas Fell zu drücken. „Zwei Mal duschen, dann ist das wieder weg“, weiß die Reitlehrerin und Sozialpädagogin um die Vergänglichkeit der „Tattoos“.

Insgesamt sechs Mal waren die Kinder auf dem Hof von van den Bosch in der Bauerschaft Naendorf, und jetzt zum letzten Mal. Sie hörten von der immer fröhlichen und den Kindern stets aufmerksam zugewandten Reitlehrerin, wie man ein Pferd pflegt und worauf man beim Umgang achten muss. Zum Beispiel auf die eigenen Füße. Weil es schmerzt, wenn ein Pferdefuß darauf steht.

Auf Jennas Rücken

Das größte Erlebnis fand für die Kinder aber zweifellos auf Jennas Rücken statt. All das, was sie in den Stunden zuvor gelernt hatten, konnten sie noch einmal ausprobieren und als Abschluss des Projektes den am Rande stehenden Eltern zeigen. Yarik zum Beispiel war einer von den ganz eifrigen. Kaum, dass die Reitlehrerin ihn gefragt hatte, was er denn auf der gehenden Jenna vorzeigen wolle, ließ der Junge die Griffe am Pferdegurt los und streckte die Arme zur Seite. Er konnte das auch im Knien, und er konnte auch so tun, als pflücke er hoch in der Luft Äpfel. Die Eltern klatschten, und van den Bosch sagte: „Das hast du prima gemacht. Und jetzt kannst du so absteigen, wie Pippi Langstrumpf das macht.“ Dazu setzt man sich andersherum aufs Pferd und rutscht über die Rückseite nach unten.

Johanna will „den Trab zeigen“. „Ja“, sagt van den Bosch. „Trab ist das Allerspannendste.“ Dann treibt sie Jenna an und ruft Johanna zu: „Schön die Füße an den Pferdebauch halten und ganz fest sitzen bleiben.“

Kinder wachsen über sich hinaus

Eva Weßling weiß aus den vergangenen Projekten dieser Art, dass die Kinder anfangs sehr unterschiedlich auf das Pferd reagieren. „Manche sind auch ängstlich“, sagte die Einrichtungsleiterin. Es sei immer wieder beeindruckend zu sehen, wie die Kinder sich mehr und mehr zutrauen. „Manchmal wachsen sie über sich selbst hinaus, und dann sind sie richtig stolz auf sich selbst.“

An den Kosten für dieses Angebot hat sich der Voltigierverein maßgeblich beteiligt. Auf seinen Antrag hin flossen Mittel vom Landessportbund aus dem Projekt „1000 mal 1000“, so dass diese Maßnahme für die Schulkinder bezuschusst werden und die Kosten für die Eltern gering gehalten werden konnten – wie schon bei einem Vorgänger-Projekt für integrative Kinder.

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