Erntedank Gegenpol zur Raffgier im Fokus

Metelen -

Thomas Stapper, Metelens katholischer Pfarrer, spannte im Erntedankgottesdienst des Landvolkes den Bogen vom Danken zu den Dingen, die wirklich wichtig sind im Leben – und dazu zählen nicht die materiellen Güter.

Von Irmgard Tappe
Die Scheune auf dem Hof Feldhaus in Samberg war ausgeräumt worden und bot dem Landvolk, aber auch zahlreichen anderen Gemeindemitgliedern Platz während des Gottesdienstes
Die Scheune auf dem Hof Feldhaus in Samberg war ausgeräumt worden und bot dem Landvolk, aber auch zahlreichen anderen Gemeindemitgliedern Platz während des Gottesdienstes Foto: Irmgard Tappe

Es gibt vieles, für das man dankbar sein kann. Zum Beispiel Gesundheit, Frieden oder Menschen, auf die man sich verlassen kann. „Das alles ist nicht selbstverständlich. Und eigentlich müssten wir Gott nicht nur einmal jährlich beim Erntefest danken“, meinte Pastor Thomas Stapper am Sonntagnachmittag auf dem Hof Feldhaus in Samberg, wo die Gemeinde den Erntedankgottesdienst feierte.

„Danken und Teilen“ war das Motto der Messfeier. Stapper betonte, dass diese beiden Eigenschaften das Leben reicher und bunter machen. Er bezeichnete das Danken und Teilen als Gegenpol zu Profitstreben und Raffgier . „Das Glück liegt nicht im Besitz, sondern in der Freude an den einfachen Dingen und in der Zufriedenheit.“ Zufriedene Menschen seien reich und dankbar. Sie seien ein Segen für ihr Umfeld.

Stapper zelebrierte den Gottesdienst nicht allein. Ihm zur Seite stand Pastor Johannes Schultewolter, der von nun an als emeritierter Pfarrer in Ss . Cornelius und Cyprianus wirkt. Damit hat Stapper endlich wieder Verstärkung. Noch ein Grund für den Geistlichen und seine Gemeinde, dankbar zu sein. „Thomas, alles was du wünschst, werde ich tun“, habe er Stapper versprochen, bemerkte Schultewolter und meinte scherzhaft, Stapper habe daraufhin geschmunzelt und gedacht: „Hoffentlich wird das auch wahr.“ Als Schultewolter sich den Gemeindemitgliedern vorstellte, bewies er gleich, dass er ein humorvoller Mensch ist. Und damit fand er schnell den Zugang zu den Gläubigen in Metelen , mit denen er beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken schnell ins Gespräch kam.

Der Landwirtschaftliche Ortsverein (LOV), der Landfrauenverein und die jungen Leute der katholischen Landjugendbewegung (KLJB) hatten das Erntedankfest bestens vorbereitet. Die Scheune hatten sie mit den Früchten des Feldes dekoriert. Natürlich fehlte auch der traditionelle Erntekranz nicht. Die Landjugendlichen hatten das Prachtstück aus Ähren gebunden und versteigerten es im Laufe des Nachmittags.

Nach dem Gottesdienst wurde die Scheune zum Café umfunktioniert. Der selbst gebackene Kuchen der Landfrauen schmeckte den zahlreichen Besuchern köstlich. Mit dem Erlös des Kuchenverkaufs sowie der Erntekranzversteigerung möchte die Gemeinde Pater Hermanos Projekte in Brasilien unterstützen.

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