Besuch in der Grundschule Bürgermeister aus Château-Renard ist Gast der dritten Klasse

Metelen -

Der Bürgermeister aus Château-Renard war jetzt zu Besuch in der St.-Vitus-Grundschule in Metelen. Die Drittklässler kamen dabei mit ihm ins Gespräch.

Von Dorothee Zimmer
Gesprächsrunde im Klassenzimmer d
Gesprächsrunde im Klassenzimmer d Foto: Dorothee Zimmer

Irgendetwas ist anders an diesem Morgen in der Grundschule . Er fängt für die Klasse 3c nicht mit dem Unterricht an, wie er auf dem Stundenplan steht. Nach dem Begrüßungsritual werden flugs die Stühle im Kreis aufgestellt und Klassenlehrerin Carla Heinz sagt: „Ihr wisst ja, wir bekommen heute hohen Besuch.“

Die Lehrerin hat den Bürgermeister der französischen Partnerstadt Château-Renard, Marc Bénédic , eingeladen. Er war mit seiner Lebensgefährtin Marie Francois und dem befreundeten Ehepaar Veronique und Gilles Dubois am Wochenende in Metelen zu Gast. Jetzt sitzen die Franzosen vor ihrer Heimreise im Stuhlkreis. Mit dabei sind auch Bürgermeister Gregor Krabbe und Petra Weßling , die beim Austausch stets übersetzt.

Carla Heinz erklärt den Gästen, was die Klasse sich überlegt hat: „Wir behandeln in diesem Schuljahr das Thema Briefeschreiben und würden gern mit einer Grundschulklasse in Château-Renard schriftlichen Kontakt aufnehmen.“ Es wäre also schön, wenn der Bürgermeister dort von diesem Wunsch erzählen würde. Vielleicht entwickle sich dadurch eine Brieffreundschaft. Marc Bénédic nickt, er wolle diesen Gedanken gern weitergeben und eine entsprechende Beziehung anbahnen.

Der Besuch nimmt sich Zeit und beantwortet geduldig die vielen Fragen der Kinder. Zum Beispiel wollen sie wissen, wie viel Einwohner Château-Renard hat, worauf Bénédic sagt, dass es im Ort etwa 2360 Bürger sind und zusammen mit den umliegenden Orten rund 11 000. Seit acht Jahren ist der 68-Jährige Verwaltungschef und noch für vier weitere Jahre gewählt.

Bis auf einen Tag in der Woche haben die Schüler dort jeden Tag auch nachmittags Unterricht. Aber dafür seien die Ferien insgesamt länger als hier. Das Schulsystem in Frankreich gliedere sich in Vorschule, Grundschule und weiterführende Schule. Die Grundschulzeit dauert dort fünf Jahre. Zurzeit gebe es an der Grundschule in Château-Renard acht Klassen.

Auf Carla Heinz’ vorsichtig geäußerte Überlegung, eine Klassenfahrt dorthin zu unternehmen, reagieren die Kinder überaus zustimmend. Dagegen spreche die große Entfernung und möglicherweise aufkommendes Heimweh. Petra Weßling nennt eine andere Option: „Wenn eine Bürgerreise ansteht, könntet ihr mit euren Eltern mitfahren.“

Ins Grübeln kommen die Kinder auf die Frage der Lehrerin, warum wohl diese Partnerschaft zwischen Metelen und Château-Renard so wichtig sei. „Dass man Brieffreunde findet?“ „Dass man eine andere Stadt kennen lernt?“ Den tatsächlichen Grund erklärt Gregor Krabbe: „Wir leben in Europa, und darin gibt es viele verschiedene Länder. Es ist gut, wenn sie sich untereinander verstehen. Deutschland und Frankreich arbeiten viel zusammen, und Kontakte zwischen den Menschen fördert das Verständnis füreinander.“

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