Overbeck kommt nach Laer Spannung und Lachen sind kein Widerspruch

Laer -

Overbeck kam und fast 200 Menschen wollten ihn hören. Das „Waldschlösschen“ in Laer war an dem Abend eine gute Adresse für so viele Menschen. Mit einem Getränk in der Hand waren alle ganz entspannt. Wie der weibliche Fan, der eigens aus Berlin angereist war, um den achtundvierzigjährigen Schauspieler Roland Jankowsky alias Overbeck zu sehen und zu hören.

Von Annegret Rose
Roland Jankowsky begeisterte seine Zuhörerschaft im Laerer „Waldschlösschen“.
Roland Jankowsky begeisterte seine Zuhörerschaft im Laerer „Waldschlösschen“. Foto: aro

Die Begrüßung ließ sich Bürgermeister Peter Maier nicht nehmen (sein Vater sei größter Fan der Wilsberg-Serien, verriet er schon vorher) und kündigte den Fernsehstar engagiert an. Das Publikum erlebte einen konzentrierten, gut gelaunten Roland Jankowsky , der hervorragend Literatur in Szene setzen kann.

Kein Wunder, dass viele sein gelesenes Hörbuch „Die verlorene Bibliothek“ kauften. Es ist kein Geheimnis, dass Roland Jankowsky komödiantisches Potenzial besitzt, mit dem er die Figur „ Overbeck “ im „Wilsberg-Krimi“ zu füttern weiß. Genau damit arbeitete er bei seiner Lesung, wobei sich dies sich in erster Linie durch die unglaublich flexible Stimme ausdrückte.

Er eröffnete die Lesung der skurrilen Texte mit: „Jemand muss Frau Kimmel töten“ von Rolf Kramp aus der Reihe „Mord und Totlach“. Genau richtig zum Aufheizen. Damit wurde für die Zuhörer klar, dass Lachen und Spannung keinen Widerspruch darstellen. Es seien diese „schrägen Geschichten“ so betonte er, die ihn reizen. Die Zuhörer erlebten nicht nur seine kraftvolle Stimme. Sein Gesicht unterstrich mit dem Heben der Augenbraue oder dem Runzeln der Stirn zusätzlich die Elemente aus dem Vorgelesenen.

Jankowsky las mit sensiblem Gespür für Ironie und Witz und zuletzt im kölschem Dialekt. Die nächste Geschichte stammte von Angela Esser, Autorin von Kurzkrimis. Die Weißwurst spielte hier eine nicht unerhebliche Rolle für die Hauptperson. Der Schauspieler, der in Köln lebt, verlieh mit heiserer Flüsterstimme und bayerischen Akzenten den Bösewichtern der Story eine besondere Bedeutung, die im Publikum Heiterkeitsausbrüche erzeugte.

Den zweiten Text vor der Pause, von Martina Kempff „Der Teich“, las er temporeich. Das kam dem inneren Monolog entgegen, den die Hauptfigur führte, bis zum tödlichen Ende. Nach der Pause folgte die urkomische Story um zwei Auftragskiller vom bekannten Autor Rolf Kramp, der auch als Karikaturist gearbeitet hat.

Zuletzt setzt der im Monolog verfasste Kurzkrimi um eine Meldeamts-Angestellte aus Köln von Brigitte Glaser ein Ausrufezeichen hinter die Lesung. Besser kann leise Kritik am Zwischenmenschlichen, verbunden mit enormer Spannung und zuweilen bissigem Humor, nicht präsentiert werden.

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