Keine Ruhe „Da musste eins ins andere greifen“

Horstmar -

Das Schicksal ihrer Kapelle am Schöppinger Berg lässt die Antoniusbruderschaft, die Kirchengemeinde St. Gertrudis und die Stadt Horstmar nicht los. Sie hoffen, dass der Kirchenbau erhalten bleiben und sein 250-jähriges Bestehen in zwei Jahren gefeiert werden kann.

Von Sabine Niestert
Schotterberge  türmen sich vor der Antoniuskapelle. Dort, wo der Lkw in das Gebäude gefahren ist, verhindern jetzt USB-Platten den Zugang.
Schotterberge  türmen sich vor der Antoniuskapelle. Dort, wo der Lkw in das Gebäude gefahren ist, verhindern jetzt USB-Platten den Zugang. Foto: gebauer

Heinz Schütte und seine Mitstreiter gönnen sich keine Ruhe. Das Schicksal ihrer Kapelle am Schöppinger Berg lässt sie auch nach dem Unglück am Mittwoch nicht los. Der anstrengende Tag endete mit der Bergung des Sattelzuges, was ein schwieriges und langwieriges Unterfangen war, da dieser sich zwischen einer Blutbuche und dem denkmalgeschützten Gotteshaus verkeilt hatte (wir berichteten).

Um den Lkw aus dem Gebäude zu ziehen, waren Spezialisten aus Bergheim – von dort stammt auch der Unglückstransporter – angereist, die bei strömenden Regen und starken Windböen auf dem völligen durchgeweichten Gelände agierten.

Damit er nicht im Morast versinkt, war der Abschleppwagen auf dem Seitenstreifen der Landstraße 579 abgestellt worden. Dort kam es zu einigen Behinderungen, weil die Polizei den Verkehr während der Bergungsarbeiten jeweils einspurig an der Unglücksstelle vorbeileitete.

„Wir haben es überstanden“, zeigte sich Heinz Lölfing am Donnerstagmorgen im Gespräch mit dieser Zeitung erleichtert. Als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Ordnungsamtsleiter war er am Mittwoch auch fast den ganzen Tag vor Ort gewesen, um für die öffentliche Sicherheit zu sorgen.

„Da musste eins ins andere greifen“, erklärte Heinz Lölfing, dass immer wieder nachgebessert werden musste, um das einsturzgefährdete Gebäude durch Stahlbalken und andere Konstruktionen abzusichern, bevor die Bergungsarbeiten weiter gehen konnten.

„Es ist wichtig, dass die Kapelle erhalten bleibt“, betonte der Bürgermeister-Vertreter, denn schließlich handele es sich um ein Gebäude, das die Stadt Horstmar schon seit Jahrzehnten präge.

Guter Hoffnung, dass die Antonius-Bruderschaft am Schöppinger Berg in zwei Jahren das 250-jährige Bestehen der Kapelle feiern kann, zeigte sich gestern Vorsitzender Heinz Schütte, der schon wieder vor Ort aktiv war.

„Wir wollen die Bruchsteine aufsammeln und bei einem Bauern zwischenlagern, damit sie nicht gestohlen werden“, berichtete er. Die Entscheidung, wie es weitergehe, liege nun beim Kirchenvorstand von St. Gertrudis und der Zentralrendantur. Bei der Schadensfrage handele es sich um eine Sache der Versicherung. Eine Sanierung könnte nur von Fachleuten vorgenommen werden, räumte der Vorsitzende ein, dass die Bruderschaft den Andachtsraum natürlich weiter pflegen und unterhalte wolle. Die Vorgänger der Vereinigung hatten vor 250 Jahren das Gelöbnis abgelegt, die Kapelle zu errichten, wenn die Pest nicht vom Schöppinger Berg nach Horstmar kommt.

Und weil das nicht geschehen war, hatten die An­toniusbrüder dieses Heiligtum im Jahr 1770 ihrem himmlischen Schutzpatron, dem heiligen Antonius, geweiht. Zu diesem betet die Bruderschaft auch am 17. Januar (Mittwoch), wenn sie zum Namenstag des Heiligen Antonius (Swinetüns) ihr Patronatsfest feiert.

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