Hartmann im Interview Die Regional-Bank im digitalen Wandel

Greven -

Andreas Hartmann, Vorstand der Grevener Volksbank, erklärt die Bilanz.

 
  Foto: Günter Benning

Der Wirtschaft geht‘s gut. Aber Ihr Gewinn ist gering. Wieso?

Hartmann: Der Hauptgrund sind die Rahmenbedingungen, besonders die extreme Niedrigzinsphase. Das ist für Kreditnehmer günstig, aber für Banken belastend. Weiterer Faktor sind bürokratische Vorgaben, insbesondere von der Bankenaufsicht, die uns als kleines Haus überproportional belasten.

Ist das ein Grund für Ihre geplante Fusion?

Hartmann: Das war mitentscheidend dafür. Ein weiterer Grund war das starke Kreditwachstum, in 2017 über 15 Prozent. Wir haben weiter intensive Nachfragen auch unserer größeren Firmenkunden. Da können wir die Risiken in einer größeren Einheit besser steuern.

Muss nicht die junge Generation glauben, wenn ich Geld auf die Bank lege, gibt es nichts dafür?

Hartmann: Das Zinsniveau ist sehr niedrig. Unsere Empfehlung ist, achten Sie auf die Vermögensstrukturierung. Es gibt viele Möglichkeiten, auch mit Fonds. Damit sind höhere Zinsen zu realisieren, auch bei kleinen Sparbeiträgen im Monat.

Ist es denn da nicht so, wer hat, dem wird gegeben? Wer viel Geld hat, kann auch Fonds kaufen?

Hartmann: Das ist leider so. Unsere Beratungsarbeit geht dahin, das Thema stärker in die Breite zu bringen. Auch für Kunden, die vielleicht nur 100 Euro im Monat sparen können.

Sie bauen die Filiale Emsdettener Straße in einen SB-Bereich um. Warum?

Hartmann: Die Nutzungszahlen sind sehr stark rückläufig. Ein großer Teil der Kunden wird in der Hauptstelle betreut. Wir bleiben vor Ort – in der Hauptstelle.

Müssen wir künftig alles per Internet machen?

Hartmann: Wir müssen beides auf hohem Niveau anbieten. Wir bleiben in den Filialen ansprechbar. Aber wir müssen ein Online-Angebot bereit stellen. Sie werden einfach nachgefragt. bn

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