Ärger in der Sperlingsgasse Ein folgenschwerer Irrtum

Greven -

Es ist ein Berechnungsfehler gemacht worden, so viel ist klar. Statt, wie erwartet gut 100 000 Euro zu kosten, schlug der Straßenausbau für die Sperlingsgasse am Ende mit 173 000 Euro zu Buche. Aber wo genau hat es gehakt?

Von Monika Gerharz
Der Ausbau der Sperlingsgasse (oben) hat viel Ärger gemacht, weil er teurer wurde als die Anwohner erwarten konnten. Im Block C – unten die Rheinstraße – sind viele mit der Qualität der Arbeit unzufrieden.
Der Ausbau der Sperlingsgasse (oben) hat viel Ärger gemacht, weil er teurer wurde als die Anwohner erwarten konnten. Im Block C – unten die Rheinstraße – sind viele mit der Qualität der Arbeit unzufrieden. Foto: Monika Gerharz

Diese Frage hat die Stadtverwaltung nach Ansicht von drei Betroffenen bis heute, trotz ausführlicher Gespräche im Rathaus, nicht nachvollziehbar beantwortet. „Siegfried Babin: „Darum lasse ich das jetzt, wie zwei andere Anwohner auch, anwaltlich prüfen.“

Zum Hintergrund: Bei einer ersten Informationsveranstaltung zum Straßenausbau in Block D war davon gesprochen worden, dass der Ausbau der Sperlingsgasse knapp 100 000 Euro kosten werde. 2013 wurde es konkretisiert – der Ausbau sollte 110 000 Euro kosten. Schließlich wurde im Bezirksausschuss Reckenfeld im Herbst 2016 darauf aufmerksam gemacht, dass die Baukosten deutlich höher lägen als erwartet – nämlich bei rund 173 000 Euro. „Beim Ingenieursbüro wurde ein Berechnungsfehler gemacht, der in der Verwaltung nicht aufgefallen war“, entschuldigte sich damals André Kintrup, bei den Technischen Betrieben Greven zuständig für den Tiefbau.

Doch damit wollen sich zwei Anwohner der Sperlingsgasse und ein Anwohner der Falkenstraße West nicht zufrieden geben. Sie wollen genau wissen, wo der Fehler lag. Schließlich, so ihr Argument, stelle sich die Frage, ob das planende Büro möglicherweise in der Haftung stehe.

Die Sache jedenfalls ist kompliziert, das zeigt eine Anfrage dieser Zeitung bei der S tadtverwaltung. Der Knackpunkt aber scheint die Falkenstraße West zu sein. Bei den ursprünglichen Schätzungen für die Ausbaukosten im gesamten Block D ist sie vom Ingenieursbüro offenbar in die Kosten für die Falkenstraße eingeplant worden. Die Stadt hatte dies aber damals nicht auf dem Schirm. „Für die Ermittlung der Kosten ist davon ausgegangen worden, dass diese Kosten im Abschnitt Sperlingsgasse enthalten sind. Das war der Fehler, daher sind genau diese beiden Abschnitte teurer als zunächst genannt“, so Kintrup. Im Klartext: Die Stadt hatte erwartet, für den Preis einer Straße zwei ausgebaut zu bekommen. Das hat sich als Trugschluss heraus gestellt. „Wenn wir damals den Quadratmeterpreis ausgerechnet hätten, dann hätten wir uns gleich gewundert, warum die Sperlingsgasse so billig wird“, verdeutlicht Kintrup, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Die Stadt Greven betont in einer Stellungnahme allerdings, dass sich aus diesem Missverständnis keine Regress-Ansprüche an das Ingenieursbüro ableiten ließen. „Das Ingenieurbüro hat nicht falsch gerechnet. Der Abschnitt Falkenstraße West ist nachträglich gebildet worden. Die Kosten für diesen Abschnitt sind nicht in der Sperlingsgasse eingerechnet gewesen, sondern in der Falkenstraße (Anmerkung der Redaktion: der restlichen), das hat dort zu einer marginalen Verringerung geführt. In den Gesamtkosten ist der Ausbau der Falkenstraße West enthalten.“

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