Schweinepest Warten auf die Pest

Greven -

Wildschweine gibt es in Greven nicht all zu viele. Sie tauchen hier nur sporadisch auf. Trotzdem haben die Landwirte Angst vor der Schweinepest. „Diese Krankheit muss nur irgendwo in Deutschland ausbrechen, dann gehen die Preise für Schweinefleisch in den Keller. Denn: 23 Prozent der Erzeugnisse gehen in den Export.

Von Peter Beckmann
Ortslandwirt Matthias Langkamp hat auf seinen Hof sehr viele Schweine. Und das ist auch bei den meisten Grevener Betrieben so.
Ortslandwirt Matthias Langkamp hat auf seinen Hof sehr viele Schweine. Und das ist auch bei den meisten Grevener Betrieben so. Foto: Monika Gerharz

Es gab einmal Zeiten, da wäre das Problem kein Problem gewesen. Da hatte der Dortmund-Ems-Kanal noch Spundwände. Und die sorgten dafür, dass eben dieser Kanal eine natürliche Grenze war, Grenze für Wildschweine. Denn: Aufgrund dieser Spundwände konnten die Wildschweine den Kanal nicht überwinden. Aber: Diese Spundwände gibt es nicht mehr und so können Wildschweine auch den Kanal problemlos überwinden. Doch trotzdem: Wildschweine sind in Greven eigentlich Mangelware.

Wer das so genau weiß? Das ist Ludger Purtzel, Vorsitzender des Grevener Hegerings. „Wildschweine treten in Greven wirklich nur ganz vereinzelt auf, meistens im Gebiet Guntrup und Bockholt“, verdeutlicht der Jäger. Und deshalb würden die Grevener Jäger auch keine spezielle Jagd auf die Schwarzkittel initiiert. „Wenn uns Wildschweine bei der Jagd begegnen, werden sie natürlich auch geschossen.“

Also alles gut in Greven? Stellt die Schweinepest, die langsam aber sicher vom Osten in Richtung Deutschland herüber kommt, kein Problem dar? Entwarnung mag Ortslandwirt Matthias Langkamp da nicht geben. Eigentlich im Gegenteil.

„Es geht eigentlich weniger darum, ob vor Ort die Schweinepest ausbricht“, erklärt der Landwirt, der selbst eine Schweinemast und -Zucht betreibt. „Sobald ein Fall der Schweinepest in Deutschland auftritt, bricht der Exportmarkt komplett zusammen“, verdeutlicht er. Deutschland habe eine Selbstversorgungsquote von 123 Prozent. „Also 23 Prozent der Schweine gehen in den Export.“ Werde das Fleisch nicht mehr abgenommen, breche der Preis völlig ein. Und der sei sowieso schon wieder weit unten. „Der Kilopreis ist von 1,80 Euro pro Kilo auf 1,37 Kilo gesunken, weil China eigene Bestände deutlich ausgebaut hat.“ Auch die Landwirtschaft findet inzwischen nicht mehr nur lokal oder nur national statt.

Trete der Fall der Schweinepest auf einem Hof auf, trete die Tierseuchenkasse auf den Plan. „Das ist eine Zwangsversicherung, die jeder Betrieb abschließen muss“, erklärt Langkamp. Diese Versicherung komme für den Schaden auf, wenn die Tiere eines Bestandes gekeult werden müssten. „Einige Kollegen haben eine zusätzliche, allerdings sehr teure Versicherung, die die Ausfälle für ein Jahr zahlt.“ Nur wisse man nicht, wie lange so eine Krise dauern könne.

Letztendlich ist Langkamp Realist. „Wir Landwirte hoffen alle, dass die Pest nicht nach Deutschland kommt. Aber realistisch gesehen ist es eigentlich nur die Frage, wann sie nach Deutschland kommt.“

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5415056?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F