Gisela Wißemann hat ein Buch geschrieben „Steine sind genial“

Reckenfeld -

Steine haben es der Künstlerin Gisela Wißemann angetan. Sie malt sei, sie hat dazu sogar ein Buch geschrieben

Von Rosemarie Bechtel
Nimm einen Flintstein, nimm viel Fantasie: Nach diesem Rezept hat Gisela Wisemann ihr Buch „Findeful, wo kommst Du her?“ gestaltet.
Nimm einen Flintstein, nimm viel Fantasie: Nach diesem Rezept hat Gisela Wisemann ihr Buch „Findeful, wo kommst Du her?“ gestaltet. Foto: Rosemarie Bechtel

Steine? „Die sind doof“, fand Gisela Wißemann bis vor einigen Jahren. Heute sagt sie: „Steine sind genial“.

Der Sinneswandel der Reckenfelderin ergab sich vor einigen Jahren, als sie von einer Bekannten im Schwedenurlaub ein paar Flintsteine, die diese an Dänemarks Küsten gesammelt hatte, geschenkt bekam. Die Freundin wusste, dass Gisela Wißemann gerne malt und riet ihr, es doch einmal mit diesen bizarr geformten Steinen zu probieren.

Erst war die Hobbymalerin skeptisch, doch dann nahm sie die Steine genauer ins Visier. „Ich habe sie gedreht, von allen Seiten betrachtet, und plötzlich erblickte ich Konturen, eine Art Skizze in den Steinen. Ich sah einen gerade geborenen Eisbären, Wichtel, eine Eule, ein Gesicht und vieles mehr. Je nachdem, aus welchem Winkel man Steine ansieht, erblickt man immer wieder Neues“, ist sie nun begeistert von dem, was die Natur und die Jahrmillionen geformt haben.

Einmal diese Schönheit bemerkt, ging Gisela Wißemann mit viel offeneren Augen am Strand entlang, spürte die Kraft der Steine und beschäftigte sich mit der Entstehung der Erde. Steine, so schreibt sie in ihrem selbst gestalteten Buch, unterliegen dem Prozess wirkender Kräfte. Wasser, Hitze, Kälte, Wind und Druck haben einen frühen Anteil, noch ehe der Mensch seinen Teil dazu beitragen konnte.

„Findeful, wo kommst du her?“ So heißt ihr Buch, von dem es nur wenige Exemplare gibt. „Irgendwann hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Ich hatte so viele Bilder in den Steinen gesehen, da dachte ich mir, da mach‘ ich ein Buch draus“, berichtet sie. Gedanken, die ihr beim Betrachten der Steine, beim Skizzieren und Kolorieren durch den Kopf gingen, hat sie dort festgehalten. Kleine Geschichten und Gedichte laden zum Innehalten ein und regen zum Nachdenken über die Natur an.

Die 72-Jährige wohnt seit ihrer Kindheit in Reckenfeld. Hier war sie fünf Jahre an der Freilichtbühne in der Jugendarbeit tätig. Dafür blieb dann später keine Zeit mehr. Nach der dritten Berufsausbildung arbeitete sie als Fachlehrerin für Sport und Werken in der Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule in Emsdetten. Dort lebte sie ihre Kreativität mit den Schülern aus.

Während der Familienphase rückte das Kreative etwas in den Hintergrund. Doch seit 2000 malt Gisela Wißemann. „Da, die drei Raben“, zeigt sie auf einige Bilder. „Die habe ich an der Fähre beobachtet, als sie ständig an einem Fahrzeug um Futter bettelten. Die musste ich später dann unbedingt malen.“ Und genauso geht es ihr mit den Steinen, die sie findet. „Steine sind doof, still und stumm, stehen oder liegen sie herum. Nein für mich nicht mehr. Ich bin vom Saulus zum Paulus geworden. Steine haben mir deutlich gemacht, dass man das, was die Natur und die Erde hergeben, bewahren soll“, wirbt Gisela Wißemann für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Erde.

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