Ausgleichsmaßnahmen an der Kanalstraße Streuobstwiese statt Pferdekoppel

Reckenfeld -

Auf der Wiese hinter dem Bolzplatz Kanalstraße werden künftig keine Pferde mehr weiden, sondern Apfelbäume blühen. Die Stadt legt dort eine ökologisch wertvolle Ausgleichsfläche an.

Von Monika Gerharz
Hochstamm-Apfelbäume sind ökologisch besonders wertvoll, darum pflanzt die Stadt jetzt eine Streuobstwiese mit alten Sorten.
Hochstamm-Apfelbäume sind ökologisch besonders wertvoll, darum pflanzt die Stadt jetzt eine Streuobstwiese mit alten Sorten. Foto: Peter Beckmann

Im Augenblick ist nicht mehr zu sehen als ein wenig frisch eingesäter Rasen. Und doch schlägt die Diskussion um das Stückchen Feld hohe Wellen bei Facebook . Der Grund: Die Pferdewiese hinter dem Bolzplatz an der Kanalstraße ist verschwunden. „Dort wird eine Obstwiese mit etwa 25 Apfelbäumen angelegt“, informiert dazu Dr. Andrea Rauße-Rüther von der städtischen Pressestelle. Man werde dafür alte Obstsorten wählen, es sollen Hochstämme gepflanzt werden, die relativ viel Platz beanspruchen. „Die Bäume werden noch in diesem Jahr gepflanzt“, so die Pressesprecherin. Die Anpflanzung seien eine gesetzlich vorgeschriebene Kompensationsmaßnahme für verschiedene Eingriffe aus der Bauleitplanung und aus Baugenehmigungen in Reckenfeld , vornehmlich aus dem Industriegebiet und aus Block D.

Verschiedene Bürger bedauern in der Diskussion im Internet die Entscheidung, die Pferdewiese aufzugeben. Die Wiese, die der Stadt gehört, war viele Jahre lang verpachtet. „Die Kinder waren immer gern bei den Pferden. Und für einen älteren Herrn war es eine Beschäftigung für seinen Tagesablauf, Wasser aufzufüllen“, schreibt eine Facebook-Nutzerin aus der Familie der ehemaligen Pächter. „Er fährt jetzt immer zu den Pferden, weil ihm etwas fehlt. Leider trifft er nur selten auf einen von uns, um etwas zu plaudern. Es war nicht nur eine Wiese, sondern ein Treffpunkt.“ Ernst Reiling von Reckenfeld direkt betont in der Diskussion, dass man sich um Alternativen bemüht habe, allerdings vergeblich, und verteidigt die Entscheidung: „Wer die Bautätigkeit in den Blöcken beobachtet, kann mit einer Obstwiese gut leben, gerade in der Nähe eines Spielplatzes. Reckenfeld ist Gartenstadt – noch.“

Bereits jetzt gibt es in Reckenfeld übrigens zwei Streuobstwiesen, die als Ausgleichsflächen angelegt sind – an der Goethestraße und am Wittler Damm. Die Bäume am Wittler Damm soll die Grundschule ernten, wenn sie demnächst richtig tragen.

Was mit dem Obst von der Kanalstraße geschehen soll, ist noch offen. Rauße-Rüther: „Da es in den nächsten Jahren noch keine Äpfel zu verteilen gibt, haben wir das noch nicht festgelegt. Das werden wir zu gegebener Zeit entscheiden. Dabei kann man natürlich über Patenschaften oder eine Freigabe an Bürger oder an Schulen und Kindergärten nachdenken.“

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