70 von 140 bleiben Zahl der Flüchtlinge in der alten Hauptschule sinkt / Kein Förderantrag

Reckenfeld -

Weniger Flüchtlinge in Greven, zugleich mehr Unterbringungsalternativen - das führt zu einer zurückgehenden Belegung der alten Reckenfelder Hauptschule. Als Standort bleibt sie gleichwohl wichtig.

Von Oliver Hengst
Für ursprünglich 70 Personen war die alte Hauptschule umgebaut worden, zwischenzeitlich lebten fast doppelt so viele dort. Wie lange sie noch genutzt wird, ist völlig offen.  
Für ursprünglich 70 Personen war die alte Hauptschule umgebaut worden, zwischenzeitlich lebten fast doppelt so viele dort. Wie lange sie noch genutzt wird, ist völlig offen.   Foto: oh

Die Zahl der Flüchtlinge, die in der alten Hauptschule in Reckenfeld untergebracht sind, soll auf 60 bis 70 reduziert werden, der Standort als Flüchtlingsunterkunft aber auf jeden Fall bis auf weiteres erhalten bleiben. „Wir ziehen die Schule nicht leer“, verdeutlichte Bürgermeister Peter Vennemeyer kürzlich in der Sitzung des Bezirksausschusses Reckenfeld, nachdem sich Bernhard Sebastian (Grüne) nach einem Zeitplan für die Schule erkundigt hatte.

Die Nutzung der Hauptschule wird damit auf die ursprünglich vorgesehene Kapazität zurückgefahren. Die umgebauten Klassenräume im Neubau-Trakt waren auf 70 Menschen ausgelegt, wegen akuter Raumnot wurden letztlich 90 Menschen dort untergebracht. Hinzu kamen weitere Flüchtlinge, die zeitweise in nicht umgebauten Klassenräumen im Altbautrakt lebten. Diese Notunterkunft wurde inzwischen wieder aufgegeben. Durch die Fertigstellung der Unterkünfte an der Hüttruper und an der Wentruper Mark in Greven ergaben sich alternative Unterbringungsmöglichkeiten, die deutlich mehr Platz und Privatsphäre für die Geflüchteten bieten. In Spitzenzeiten lebten knapp 140 Flüchtlinge in der Reckenfelder Hauptschule – in Bälde also nur noch die Hälfte. Möglich wird dies auch dadurch, dass die Zahl der insgesamt in Greven lebenden Flüchtlinge von zeitweise rund 800 auf aktuell rund 600 zurückgegangen ist.

An der langfristigen Nutzungsperspektive der Hauptschule ändert sich aber erstmal nichts. Der damals noch im Grevener Rathaus tätige Torsten von Düllen sprach von einer auf fünf Jahre ausgelegten Nutzung. Eine konkrete Angabe über den Zeitpunkt, wann die Hauptschule wieder anders genutzt werden kann, vermochte Vennemeyer im Ausschuss nicht zu machen. „Darum wird sich der neue Wohnraummanager kümmern müssen“, sagte Vennemeyer.

Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wird es für die Hauptschule nicht geben. Die Fraktion „Reckenfeld direkt“ hatte die Verwaltung um eine entsprechende Prüfung gebeten. Doch die Antragsfrist war bereits abgelaufen. Für Fraktionschef Ernst Reiling ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit, einen Rathausmitarbeiter fit in Sachen Förderanträge zu machen. „Die Fördermittel sprudeln, auf allen Gebieten.“ Mit Geld aus dem anvisierten Topf hätte man nach seinen Vorstellungen die (Raum-)Situation für die Jugendarbeit in der alten Hauptschule verbessern können. Die Verwaltung war jedoch davon ausgegangen, dass „Reckenfeld direkt“ eine Förderung der Sportstättenverlagerung anstrebte, diese jedoch sei „nicht förderfähig“.

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