Aktion im Hansaviertel Wie Fritz zu „Kleiner Donner“ wird

Greven -

Kontakte knüpfen, Neues entdecken, gemeinsam Lustiges erleben – darum ging es am Wochenende im Hansaviertel bei einer Aktion der noch jungen Arbeitsgruppe „Wohnen-Leben-Lachen im Hansaviertel“.

Von Stefan Bamberg
Tipis zwischen Hochhäusern: Im Multi-Kulti-Hansaviertel ist auch Platz für eine Indianerstadt.
Tipis zwischen Hochhäusern: Im Multi-Kulti-Hansaviertel ist auch Platz für eine Indianerstadt. Foto: Stefan Bamberg

Fritz heißt erst morgen wieder Fritz. „Heute ist das ‚kleiner Donner ‘“, erklärt ein Mädchen, die Striegelbürste in der Hand. Der vorübergehende Namenstausch ist freilich kein Wunder: Denn das Hansaviertel ist ja heute auch nicht das Hansaviertel, sondern ein Indianerdorf – zumindest für die etwa 30 Kinder, die zwischen den Hochhäusern an der Stauffenbergstraße herumtoben. Ferienspaß mit Pfeil und Bogen, aufregenden Geschichten aus dem Wilden Westen – und eben mit dem tierischen Gast, um den sich eigentlich fast alles dreht.

Als Shetland-Pony mitten im Wohngebiet ist man halt der Star des Tages, da braucht sich „kleiner Donner“ nicht zu wundern. Kontakte knüpfen, Neues entdecken, gemeinsam Lustiges erleben – darum geht es am Wochenende. Die noch junge Arbeitsgruppe „Wohnen-Leben-Lachen im Hansaviertel“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zusammenzuführen. Menschen, die nebeneinander wohnen, aber sich in der Anonymität eines dicht bevölkerten und multikulturellen Stadtteils bisher – wenn überhaupt – nur vom Sehen kennen.

„Ein lebendiges, familienfreundliches Viertel“, erleben Annika Mertens (Parea) und Susanne Steffen (Sahle Wohnen). Mertens und Steffen repräsentieren nur zwei der insgesamt acht Initiatoren der Arbeitsgruppe, deren Zusammensetzung so bunt ist wie der Kopfschmuck der Nachwuchs-Indianer. Zusammen ist man weniger allein – das gilt für Organisatoren und Anwohner gleichermaßen. Es ist ein Konzept, das schnell erste Erfolge verbucht hat. Mitreißend erzählt Annika Mertens vom großen Stadtteilfest im Juni: „Da hören wir noch Monate später von ganz vielen Leuten, wie toll es gewesen sei.“ Die Engagierten wollen alle Altersgruppen ins Visier nehmen, sie haben Ideen, viele Ideen. Beim Indianer-Tag mischen überwiegend Kinder im Grundschulalter mit, einige kommen aus Flüchtlingsfamilien.

Mittendrin im Getümmel ist Grevens Wild-West-Experte Nummer eins: Hans-Jörg Siepert hat nicht nur das mit Streicheleinheiten umgarnte Shetland-Pony, sondern noch viel mehr Überraschungen mitgebracht: „Wow, unheimlich spitz, der Pfeil!“, staunt ein Knirps mit Milchzahn-Lücke, der ganz gespannt aufs Bogenschießen ist. „Gaaanz doll ziehen“, feuert Siepert die Kids an, nachdem er im Schnelldurchlauf die Technik erklärt und sorgfältig Sicherheitshinweise gegeben hat. Neugierige Eltern schauen sich das Spektakel vom Balkon aus an oder kommen – natürlich mit Fotohandys bewaffnet – hinzu. Manche sind so begeistert, dass sie gleich mitmachen: „Voll geschummelt!“, jammert ein Steppke, als sich Mama mit pfiffigem Trick einen Vorteil bei einem der zahlreichen kleinen Wettspiele verschafft.

Spätestens beim gemeinsamen Bratwurst- und Stockbrotsnack am Tipi ist der Mini-Disput aber vergessen. Hans-Jörg Siepert legt derweil Extraschichten mit Pfeil und Bogen ein, bei den kleinen Schützen ist der Ehrgeiz ausgebrochen, der Teamgeist ausgeprägt: „Machen wir das zusammen?“, fragt Siepert eine ganz kleine Schützin. „Gemeinsam sind wir stark!“ Der Pfeil fliegt los, und: Treffer!

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