Pastoralreferent: Brauchen Flächen diesseits der Ems Eine Chance für Haus Liudger?

Greven -

Dass die Marienkirche als Kirchstandort noch zu retten sein wird, daran glaubt im Seelsorge-Team von St. Martinus offenbar niemand mehr so recht. Anders sieht es mit dem Haus Liudger aus. „Für dessen Erhalt müssen wir uns einsetzen, denn dafür gibt es auf dieser Seite der Ems keine Ersatzflächen“, meint Pastoralreferent Matthias Brinkschulte.

Von Monika Gerharz
Drei kirchliche Gebäude auf engstem Raum: Das Bistum plant, das ganze Marienzentrum – natürlich ohne den Kindergarten – aufzugeben. Im Seelsorgeteam hält man aber zumindest das Haus Liudger für unverzichtbar.
Drei kirchliche Gebäude auf engstem Raum: Das Bistum plant, das ganze Marienzentrum – natürlich ohne den Kindergarten – aufzugeben. Im Seelsorgeteam hält man aber zumindest das Haus Liudger für unverzichtbar. Foto: Wilfried Gerharz

Kämpfen um die Marienkirche ? „Aussichtslos“, sagt Pastoralreferent Matthias Brinkschulte zu den Plänen des Bistums, das ganze Marienzentrum aufzugeben und verweist darauf, dass von den 19 000 Grevener Katholiken unter sechs Prozent regelmäßig zur Kirche gehen. Ein anderes Thema sei jedoch das Haus Liudger. „Für dessen Erhalt müssen wir uns einsetzen, denn dafür gibt es auf dieser Seite der Ems keine Ersatzflächen.“ Beispielsweise gebe es einzig in diesem Gemeindehaus einen großen Saal, der sich für Infoveranstaltungen mit Kommunionkinder-Eltern eigne. „Und auch viele andere Gruppen sind hier zu Hause – von den Messdienern über Chöre, KAB, Kolping, der Landjugend bis hin zu den Senioren“, sagt der Pastoralreferent. Rein theoretisch sei es zwar denkbar, diesen Gruppen im neuen Kirchenzentrum im Josefsviertel Räume zu schaffen. „Aber in den Köpfen vieler ist die Ems doch immer noch eine Barriere“, weiß er.

Also Demos fürs Haus Liudger? Davon hält Brinkschulte wenig. „Wir müssen schlüssige Konzepte entwickeln“, sagt er. Und für diese Konzepte müsse man dann um die Unterstützung beim Bistum werben. „Wir sind uns im Seelsorgeteam einig, dass wir Flächen diesseits der Ems brauchen, und das, was wir bei der Martinuskirche haben, reicht nicht.“ Denkbar sei, als Alternative zum Erhalt von Haus Liudger, aber auch eine andere Lösung. Wenn beispielsweise das bisherige Kirchengelände verkauft und anschließend bebaut würde, könnte es mit dem möglichen Investor zu einer Absprache kommen, dass die Martinus-Gemeinde dort auch künftig Räume für ihre Zwecke bekommen könnte. „Aber das sind ganz frische Überlegungen“, betont Brinkschulte. „Dass die Räume im Haus Liudger ersatzlos wegfallen, das geht jedenfalls nicht.“

Die Nachricht, dass auch das Haus Liudger aufgegeben werden soll, wenn es nach den Plänen des Bistums geht, hat die Ehrenamtlichen, die die Jugendkirche „Mary‘s“ organisieren, völlig unvorbereitet getroffen. „Dass wir die Kirche nicht unbegrenzt würden nutzen können, war von Anfang an klar“, sagt Johanna Hensmann vom Mary‘s-Team. „Aber wir haben nicht damit gerechnet, dass das Haus Liudger betroffen sein könnte.“ Die jungen Leute haben erst vor kurzem noch ihren Gruppenraum neu gestrichen. Trotzdem ist die junge Frau der Lösung neues Kirchenzentrum im Josefsviertel nicht völlig abgeneigt. „Man könnte sich damit anfreunden, wenn wir auch dort einen Raum für uns hätten und wenn wir in die Planungen eingebunden werden“, sagt sie. Vor allem bei der technischen Ausstattung des neuen Kirchenraums möchten die Jugendlichen gerne ein Wörtchen mitreden. Schließlich sind Lichteffekte für die Gestaltung der Jugendgottesdienste ganz wichtig. „Dann hätte ich auch kein Problem mit einem Umzug.“

Überhaupt – dem Pastoralteam von St. Martinus ist es wichtig, dass den Gläubigen klar ist, dass im Josefsviertel nicht einfach ein Multifunktionsgebäude entsteht, sondern eine neue Kirche. „Wo gibt es das heute denn noch, dass Kirchen gebaut werden?“, weist Kaplan Ralf Meyer auf die Chancen hin, die die Veränderungen in der Kirchenlandschaft mit sich bringen werden. Kern des Gebäudes werde auf jeden Fall ein fester Gottesdienstraum sein, der nach Bedarf vergrößert werden könne. „Es wird nicht so sein, dass wir den Altar zur Seite schieben, damit wir ein Fest feiern können“, betont auch Brinkschulte. „Die wichtigste Botschaft dieser Lösung ist doch: Im Josefsviertel bleibt kirchliches Leben über Jahre gesichert. Wir haben eine Riesenchance, das mitzugestalten.“

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