Schule 2.0. „Besser kann Unterricht nicht sein“

Saerbeck/Kreis Steinfurt -

Feldscheunen sind wichtig, gerade auch für die heimische Tierwelt. Mit großem Engagement bauten jetzt Schüler der Saerbecker Maximilian-Kolbe-Gesamtschule unter Anleitung von Naturschützer Hans-Jakob Merkens und Zimmereibesitzer Hermann Lammers eine solche Scheune – ehrenamtlich. Ein Beispiel das Schule machen sollte und nicht nur den als „Fußsoldat der Feuchtwiese“ betitelten Steinkauz erfreut.

Von Marvin Mutz
Stolz auf das gemeinsame Ergebnis: Schüler der Gesamtschule mit Zimmereibesitzer Hermann Lammers (Zweiter von rechts) und Naturschützer Hans-Jakob Merkens (rechts).
Stolz auf das gemeinsame Ergebnis: Schüler der Gesamtschule mit Zimmereibesitzer Hermann Lammers (Zweiter von rechts) und Naturschützer Hans-Jakob Merkens (rechts). Foto: Marvin Mutz

Bereits zum sechsten Mal bauten Schüler der Saerbecker Maximilian-Kolbe-Gesamtschule unter Anleitung von Naturschützer Hans-Jakob Merkens und Zimmereibesitzer Hermann Lammers ehrenamtlich eine Feldscheune . Innerhalb der schulischen Projekt- und Aktivitätenwoche wurden Bäume gefällt, entrindet, händisch zugeschnitten und mit Pferden transportiert, das Fundament vorbereitet, Wände und Dachstuhl aufgestellt sowie mit recycelten Hohlziegeln gedeckt; dabei übernahm die Gruppe rund um den betreuenden Lehrer Hans-Ulrich Müller und einen sie unterstützenden, anerkannten Flüchtling alle anfallenden Tätigkeiten selbst.

Die fertige Feldscheune, die in Zusammenarbeit mit dem NABU und in Rahmen des Projekts „ Schule der Zukunft“ in einem Westladbergener Naturschutzgebiet entstand, bietet über Nistkästen und Brutröhren Platz für verschiedenste Tierarten.

So zum Beispiel für den seltenen und von Naturschützer Merkens als „Fußsoldat der Feuchtwiese“ betitelten Steinkauz, der sich auf kurzrasigen Flächen neben Würmern hauptsächlich von Insekten ernährt. In den neuen Bundesländern trotz Wiederansiedlungsversuchen bereits nicht mehr heimisch, halten sich heute rund 70 Prozent der gesamten Steinkauz-Population in Nordrhein-Westfalen auf. Darüber hinaus zählen aber auch Schleiereulen, Turmfalken, Singvögel, Fledermäuse, Marder sowie Bienen und Insekten zu den künftigen Bewohnern der Feldscheune. Im Sommer spendet sie dann zusätzlich Schatten für das Weidevieh.

Schulleiter Karl Watermann, sein Stellvertreter Maarten Willenbrink und die Abteilungsleiterin Anneli Prinz lobten die nachhaltige Arbeit der Teilnehmer und stellten gleichzeitig heraus, dass die Schüler ihre theoretischen Kenntnisse während des gemeinschaftlichen Wirkens ausgezeichnet in die Praxis umsetzen konnten. „Technik, Wirtschaft, Mathe, Physik, Kunst und Naturkunde – besser kann Unterricht nicht sein“, ergänzte Müller, der von Schülern berichtete, „die vor dem Projekt keinen Nagel ins Holz hauen konnten“.

Ohne die Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt, welche die Kosten in Höhe von 6 500 Euro im Zuge eines Förderprogramms vollumfänglich übernahm, wäre das Vorhaben jedoch gar nicht möglich gewesen: So betonte auch Udo Schneiders von der Stiftung noch einmal die Wichtigkeit des immer seltener werdenden Kulturguts Weideschuppen, bevor er den Schülern mit einem Eis-Gutschein der örtlichen Eisdiele Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit überbrachte.

Nachdem am Giebel der Feldscheune noch eine Miniatur-Eule mit den Unterschriften aller beteiligten Personen angebracht worden war, ließen die Schüler den Tag bei einem gemeinschaftlichen Grill- und Richtfest ausklingen.

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