Vorbeugen gegen Geldkartenklau Hochzeitsdatum schützt vor Dieben

Greven -

Wenn Geldkarten geklaut werden und die Pin-Nummer liegt passenderweise dabei, ist Holland in Not. Doch was tun, wenn man sich Nummern nicht mehr so leicht merken kann? Die Antwort: Man bastelt sich eine gut merkbare Kombination selbst.

Von Thomas Starkmann
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist das Portemonnaie weg.
Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist das Portemonnaie weg. Foto: Armin Weigel

Die Grevenerin weiß, dass sie leichtsinnig war und es den Dieben nicht gerade schwer gemacht hat. Aber gerade weil es auch andere, vorzugsweise ältere Menschen, gibt, die sich ähnlich wie sie verhalten, möchte sie ihren Fall publik machen.

Zugetragen hat er sich am 29. September im Rewe-Supermarkt, wo die 75-Jährige, die im Gertrudenstift wohnt, häufig einkauft. Ihr Portemonnaie hat sie in ihrer Einkaufstasche, die am Lenker ihres Rollators hängt. Plötzlich taucht ein junger Mann mit zwei Packungen Kaffee nehmen ihr auf und fragt sie, in welcher davon Kaffeemehl sei. Es entwickelt sich ein kurzes Gespräch, dann ist der Mann wieder verschwunden. Erst an der Kasse bemerkt die Grevenerin, dass sich in diesem kurzen Zeitraum noch mehr ereignet haben muss. Denn ihr Portemonnaie ist weg. Darin befinden sich 55 Euro Bargeld, viele Papiere und nicht zuletzt zwei EC-Karten der Kreissparkasse Steinfurt und der Sparkasse Münsterland-Ost .

Als die Frau abgelenkt war, muss ein Mittäter die Geldbörse aus der Tasche entwendet haben. Zwar meldet die Grevenerin den Verlust der Karten relativ schnell den Banken, doch es ist schon zu spät. Bereits eine halbe Stunde nach dem Diebstahl sind insgesamt fast 1400 Euro am Automaten von ihren Konten abgehoben worden.

Denn die Täter hatten leichtes Spiel. Die Grevenerin hat in ihrer Geldbörse nämlich nicht nur die EC-Karten, sondern auch einen Zettel, auf dem die dazugehörigen PIN-Nummern stehen, die vor einem Missbrauch schützen sollen. Nicht direkt, sondern als Telefonnummern „verschlüsselt“.

Letzteres sorgt bei Reiner Schöttler für ein leises Stöhnen. „Die PIN-Nummer niemals selbst in der Nähe der Scheckkarte aufbewahren“, sagt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde – und das sicher nicht zum ersten Mal. Scheinbare Verschlüsselungen seien für Profis kein Problem. Und dann zählt er eine Liste von Vorsichtsmaßnahmen auf, mit denen man das Gedränge beim bevorstehenden Weihnachtsgeschäft schadlos überstehen kann: Das Portemonnaie immer dicht am Körper tragen, nur so viel Bargeld mit sich führen, wie man braucht, die Einkaufstasche möglichst am Einkaufswagen oder Rollator befestigen. Ganz wichtig sei es, das Umfeld zu beobachten. „Die Diebe suchen sich ihr Opfer vorher genau aus“, sagt Schöttler. „Wer verhält sich sorglos?“ Beobachte man im Supermarkt auffällige Personen, sei deshalb besondere Vorsicht geboten.

Für die Grevenerin kommen die Ratschläge leider zu spät. „Man kann die PIN-Nummern im Alter schlecht behalten“, versucht sie verzweifelt, ihre Leichtfertigkeit vor sich selbst zu entschuldigen. Markus Bischoff-Wittrock , Bereichsleiter Marketingkommunikation bei der Kreissparkasse, hat allerdings einen besseren Tipp. „Man kann sich auch eine eigene PIN aussuchen.“ Das ist direkt am Automaten möglich, aber natürlich auch am Bankschalter. So könne man eine Zahlenfolge wählen, die beispielsweise mit einem bestimmten Ereignis wie dem Hochzeitstag verknüpft ist und die man sich gut merken kann. „Aber nicht für fünf verschiedene Karten die gleiche Nummer nehmen“, warnt Bischoff-Wittrock. Und auch der eigene Geburtstag und andere leicht erschließbare Zahlenkombinationen seien tabu. Ganz wichtig sei auch, die Karten schnell zu sperren, selbst wenn man noch nicht sicher sei, ob sie tatsächlich geklaut worden sind. „Lieber einmal zu viel gesperrt als einmal zu wenig“, lautet die Devise des Bankers.

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