Reckenfelder bastelt originelle Unikate Die Post kommt per Kutsche

Reckenfeld -

Ein Briefkasten von der Stange käme für Reinhardt Schewe nicht in Frage. Der gelernte Schlosser baut lieber ganz besonderer Hingucker. Und so landet die Post bei ihm in einer historischen Postkutsche aus Edelstahl.

Von Rosi Bechtel
Ein Briefkasten aus dem Baumarkt kam für Reinhardt Schewe nicht in Frage. Der gelernte Schlosser  baute stattdessen diesen Hingucker.
Ein Briefkasten aus dem Baumarkt kam für Reinhardt Schewe nicht in Frage. Der gelernte Schlosser  baute stattdessen diesen Hingucker. Foto: Rosi Bechtel

Der Briefkasten , der im Vorgarten von Reinhardt Schewe und Antje Röring steht, ist ein echter Hingucker. Dort kann der Zusteller die Post in eine historische Postkutsche aus Edelstahl, gezogen von vier braunen Pferden, einwerfen. 2004 entwarf und baute Schewe dieses Schmuckstück „nach eigenen Ideen“, wie Reinhardt Schewe erklärt.

Er berichtet stolz, dass er damit bundesweit den zehnten Platz für den schönsten Briefkasten Deutschlands gewann. „Das wurde damals ausgelobt, und meine Kutsche kam bei der unabhängigen Jury gut an“, erinnert er sich. Eigentlich stand in der Nähe der Postkutsche noch ein schönes, selbst entworfenes Riesenrad. Doch das wurde im Rahmen der Straßensanierung im Block D ebenso aus dem Vorgarten geholt wie die Postkutsche.

Während die Kutsche, die dann auch gleich restauriert wurde, wieder ihren alten Platz eingenommen hat, wird am Riesenrad noch weiter gemalt und poliert. Danach bekommt es ebenso einen Platz im hinteren Gartenbereich wie sein Erstlingswerk: die Windmühle, die er schon 1997 anfertigte.

Der gelernte Schlosser hat Spaß daran, sich immer wieder neue Dinge auszudenken. Zeichnungen macht er sich vorher von den Objekten nicht. „Ich lege einfach los“, erzählt er lachend. Trotz vieler Montageeinsätzen und anstrengender Arbeit kann er nicht von seinem Hobby lassen. „Es bringt Entspannung und es macht Freunde zu sehen, was dabei herauskommt.“ Heraus kamen schon die unterschiedlichsten Werke. So baute er für seinen Verein, den Re-Ka-Ge, einen Prinzenwanderpokal – „oder auch Steele wie manchen sagen“. Von Jahr zu Jahr wandert das Kunstwerk zum jeweils nächsten Prinzenpaar und sorgt damit für ein zusätzliches Event im Verein.

Für die Exprinzen entwarf er ein Mittelding zwischen Schirmkappe und klassischer Karnevalsmütze. Damit waren die Exprinzen schon einige Male gemeinsam unterwegs und zogen die Blicke auf sich. Die Kappen sind eben einmalig.

Ein Vereinskollege ist Schädlingsbekämpfer, ihn überraschte Schewe mit einem exklusiven Insektenhotel. Seine Kartoffeln wachsen auch nicht klassisch im Boden, sondern in einem, aus übrig gebliebenen Pflastersteinen gestalteten „Kartoffelbaum“. „Funktioniert“, freut sich der Bauherr, obwohl die Kartoffeln dieses Mal recht klein ausgefallen sind.

Sein neuestes Kunstwerk wird „Schewi’s“ heißen: richtig frech aussehende, kuriose Fantasievogelköpfe. Die wurden aus Gips und Beton gegossen, kommen auf eine Stange und blicken dann aus einem Busch oder einer Hecke heraus. „Ein bisschen gekiebitzt habe ich da schon“, gibt Schewe zu, aber letztendlich fertigt er eigene Unikate. Anfragen für einen solchen lustigen Vogel hat er schon vorliegen. Doch die Fertigung soll ja nicht in Stress ausarten, sondern einfach nur Spaß machen. „Er kann einfach nicht ruhig sitzen und nichts tun“, erzählt Lebensgefährtin Annett Röring.

Ab und an, da sitzt er dann allerdings doch mal still, in seinem selbst entworfenen 6,50 mal 3 Meter großen, ovalen Gewächshaus. Dort genießt er der Anblick der Ergebnisse von verschiedenen Pflanzen-Experimenten. „Riesenmelonen zum Beispiel und vieles mehr. So macht das alles richtig Spaß“, freut er sich.

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