Neue Kreiselkunst eingeweiht „Am Fenster geradeaus...“

Greven -

Grevens Westen hat nun ein markantes Stadtportal: Die „Fenster-Skulptur“ soll für die Weltoffenheit der Stadt stehen, hieß es bei der Einweihung.

Von Stefan Bamberg
 
  Foto: Stefan Bamberg

Es ist und bleibt halt ein Kreisverkehr. Eine gediegene Feierstunde zur Einweihung? Nix da! Wer hier was sagen will, braucht ein lautes Organ.

Ein dicker Familien-Van schiebt sich vorbei, ein Motorrad knattert der Herbstsonne entgegen, ein Sportwagen-Fahrer zeigt den wartenden Eröffnungs-Gästen per Kavaliersstart, dass er ein richtig cooler Typ ist. Manfred Venschott zeigt sich unbeirrt. „ Fenster nach Greven “ – so heißt das Kunstwerk auf dem Kreisverkehr an der Kreuzung zwischen Nordwalder-, Grimm- und Hanseller Straße, das der Fensterbauer am Samstagnachmittag inmitten der brummenden Motoren aus der Taufe gehoben hat.

Die Grevener Kreiselkunst ist um eine neue Attraktion reicher – und zwar um eine, deren künstlerische Aussage mehrere Qualitäten vereint: Zum einen schafft sich Stifter Venschott damit eine Art Firmen-Denkmal, zum anderen erhält die Stadt einen neuen Fixpunkt am Ortseingang: „Am Fensterkreisel geradeaus“, das könnte – geht es nach Manfred Venschott – die Beschreibung sein, wenn demnächst jemand nach dem Weg in die City fragt. Kein Wunder also, dass auch Wolfgang Beckermann , als Erster Beigeordneter den Bürgermeister vertretend, angetan vom Venschott‘schen Engagement ist, das Venschott auch als Präsent an die Stadt versteht: „Das ist ein nicht alltägliches Geschenk“, freut sich Beckermann und erkannte in der schmucken Stahl-Schöpfung auch ein gesellschaftliches Zeichen: das Fenster als Symbol der Offenheit, der Toleranz, der Gastfreundschaft. „Das passt zu unserer Stadt“, resümiert Beckermann, nicht zuletzt mit Blick auf den Einsatz zur Bewältigung der Flüchtlingssituation, unter Applaus der Anwesenden.

Unter ihnen sind auch die Aktiven, die Venschott bei seinem Vorhaben unterstützt haben: Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung vergingen nicht einmal sechs Monate: „Das ist Handwerk“, frohlockt Venschott. „Da wird einfach gemacht.“ Natürlich aber nicht ohne Plan: Prof. Dr. Jan Cejka lieferte den Entwurf, Stahlbau-Experte Theo Hillebrandt setzte diesen um, Statiker Bernward Büsse wachte über das Bau-Projekt.

Für ein echtes Alleinstellungsmerkmal sorgte Landschaftsbauer Jens Korber : „Das ist wahrscheinlich der artenreichste Kreisverkehr Grevens“, meint Korber selbstbewusst und kündigt fürs Frühjahr ein „Blütenmeer“ an. Der „Fenster-Kreisel“, er werde auch den Wandel der Jahreszeiten illustrieren.

Und er sei eine Liebeserklärung an das lokale Handwerk: „Wir produzieren nicht nur, wir sind auch kreativ“, betont Venschott. „Und wir identifizieren uns mit Greven.“ Vor 115 Jahren gründete Manfred Venschotts Opa das Familienunternehmen, der Vater des heutigen Firmen-Chefs kam aus Westerode: „Ziemlich sicher ist er hier vorbeigekommen“, weiß Manfred Venschott – und deutet stolz Richtung Kreisel.

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